Mission: Mars ‚light‘

Nun sind sie also ‚gelandet‘, die sechs Freiwilligen, die als Versuchskaninchen in einem Institut im nordwestlichen Moskau unter dem Namen ‚Projekt Mars 500‘ die Reise zum Roten Planeten und zurück simuliert haben. Getestet wurden die psychischen und körperlichen Auswirkungen auf Astronauten unter den Bedingungen eines 17-monatigen Weltraumfluges. Die Männer wurden für genau 520 Tage in einen aus mehreren Modulen bestehenden Container eingeschlossen; Wissenschaftler – auch vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt – beobachteten den Langzeitaufenthalt und führten diverse Testreihen durch.

Nur einmal durften die Testpersonen ihre 250 qm umfassende Behausung verlassen: Im Februar 2011 wurde die Landung auf dem Mars inklusive einem kurzen Landgang im Raumanzug durchgespielt! Ansonsten… tagtäglich Routineprogramm, Experimente, sportliche Betätigung und Nahrungs-aufnahme in den beengten Räumlichkeiten.

520 Tage Big Brother. Für mich unvorstellbar, insofern werde ich wohl nie einen Fuss auf den Mars setzen. Die meinen es aber tatsächlich ernst. Mein Lieblings-Expräsident George W. Bush hat in seiner Amtszeit die erste bemannte Marsmission angekündigt und betont, dass er sie noch erleben wird. Die ESA plant unter dem Arbeitstitel Aurora die Landung eines Menschen für 2033.

Wie muss das sein, wenn Dich jeden Tag der Typ, den Du sowieso nicht leiden kannst, mit dem aufgesetzt-fröhlichen „Guuuten Mooorgen“ begrüsst? Ohne  Flucht ins Wochenende? Wie erträgt man 520 Tage lang die unerfüllte Lust auf eine lecker-knackige Thüringer Bratwurst? Wie das für anderthalb Jahre auf Eis gelegte Verlangen nach der geliebten Frau?

Ich werde einen Selbstversuch starten. Hiermit verzichte ich für die kommenden 17 Monate auf die Benutzung des Wortes nichtdestotrotz (ein wunderschönes Wort, wie schon die Band Tomte feststellte), werde für diesen Zeitraum kein einziges Mal DSDS anschauen und wähle die freiwillige Isolation (zumindest jeweils für die Momente des Toilettengangs)…

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3 Kommentare
  1. Darko sagte:

    Gute Informationen! Ich werde mich damit mal genauer auseinander setzen! Warte auf die naechsten Posts!

    • Habe gestern gelesen (wo genau, weiss ich leider nicht mehr), dass es während des Experiments doch ab und an zu Unstimmigkeiten gekommen sein soll; u.a. gab es wohl Meinungsverschiedenheiten über die ungleiche Arbeitsverteilung. Von Handgreiflichkeiten war jedoch nicht die Rede ;-)

      Aus welchem Grund ist eigentlich das ähnliche Experiment (in den USA?) mit der autarken Versuchslandschaft unter der Glaskuppel vorzeitig gescheitert? Muss das mal recherchieren…

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