Auf grosser Molchjagd

Bei allem Engagement für mehr Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden auf Erden: Wir dürfen nicht vergessen, dass der Mensch nur eines von vielen Lebewesen auf diesem Planeten Erde ist. Also widmeten wir uns neulich voller Elan dem Schutz von Natur und Tierwelt!

Situation: Auszug von Mutter L. aus Häuschen mit kleinem Gartenteich

Aktion: Umsetzen der im Teich lebenden Molche in einen nahgelegenen Tümpel

Ablauf: Nach kurzer Autofahrt angekommen, begrüsst uns die im bereits leerstehenden Häuschen wachende Katze P. mit einem vorwurfsvollen Blick. Augenscheinlich haben wir vergessen, ein Leckerchen mitzubringen. Flugs laden wir das Molch-Rettungs-Equipment (diverse Eimer und Köcher) aus dem Wagen und wenden uns dem Teich zu.

Frau L. bei der Molchjagd

Teichmolche (aus der Familie der Lurche) sind blitzgescheite Geschöpfe. Bei drohender Gefahr – und als solche mussten sie uns wahrnehmen – verkriechen sie sich unter Wasser zwischen Schling-pflanzen und Steinen. Frau L. beginnt also intensivst, den Grund des kleinen Gewässers mit dem Köcher und anderem Werkzeug zu bearbeiten, während der Autor dieser Zeilen zigaretterauchend beobachtet, ob die Profilsohlen von Frau L.’s Stiefel dem glittschigen Rand des Teiches standhalten.

Nach einer Viertelstunde befindet sich schon eine Menge Wasserflora in den mitgebrachten Eimern – von Molchen jedoch keine Spur. Während Frau L.’s Kleidung langsam die Farbe der geborgenen Wasserpflanzen annimmt, beobachtet der Autor dieser Zeilen zigaretterauchend, ob Frau L.’s Mütze demnächst den Gesetzen der Schwerkraft folgt.

Kein Molch in Sicht

Um die Suche nach den Molchen zu vereinfachen, beginnt Frau L. vorsichtig etwas Wasser aus dem Teich abzulassen (unter Einsatz schwersten Gartenwerkzeuges und Zerstörung der Teichfolie). Der Autor dieser Zeilen beobachtet derweil, inwieweit der Wasserpegel während einer Zigarettenlänge sinkt.

Jetzt sind auch die tiefsten Stellen erreichbar; Frau L. macht sich wieder mit dem Köcher an die Arbeit, fördert jedoch wiederum nur Grün- und Braunzeugs vom Grund. Kein einziger Molch lässt sich blicken.

Katze P. – weiss sie mehr, als sie vorgibt?

Wehmütig brechen wir die Aktion ab und fahren traurig nach Hause. Unterwegs entstehen Ideen, wie man die Molche doch noch finden könnte (Bagger, Molchlockruf-Pfeiffe). Doch vorerst herrscht nur Trübsal…

Heute dann ein Blick in Wikipedia: […] im Oktober oder November ziehen sich die Tiere in frostsichere terrestrische Unterschlüpfe zurück, bevor sie ab Februar wieder zu den Laichgewässern wandern […]

Ich gehe dann erstmal eine Rauchen ;-)

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5 Kommentare
  1. wunderbar und ich konnte nicht aufhören zu kichern :-)…

    • […] und ich konnte nicht aufhören zu kichern […] Das war Sinn der Sache, liebe Frau L.! ;-) Vor allem freue ich mich auf die Freischaltung Deines Foto-Blogs – werde orjentlich Werbefeuer veranstalten, wa!

  2. Hahaha,herrlich! Tja,so ist das Leben*g*.
    LG,Laura

    P.S. Danke für Deinen Hinweis;)

    • Das Schöne am Leben ist, dass nichts berechenbar und vorauszusehen ist. Die Zufälle, die überraschenden Wendungen sind die Würze :-)
      Und bzgl. des Hinweis: Gern geschehen!

  3. Gero sagte:

    Super Blogpost.Ich habe ein paar tolle Gedankenanstoesse gekriegt. Freue mich schon auf weitere Beitraege zum Thema.

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