Weiter geht’s mit Occupy

Redner auf der Zeil

Wunderschönes Wetter, freier Sonntag – da schwingt man sich auf das Rad und fährt in die Innenstadt, wo die Leute von Occupy Frankfurt für 12 Uhr zum neuerlichen Protestmarsch aufgerufen haben. Unter dem Motto 15J Millions For Global Change fanden heute weltweit Aktionen der Occupy-Bewegung statt. Gleich vorab: Der Frankfurter Beitrag war sicherlich nicht der stärkste.

Nach den obligatorischen Begrüssungsreden am Rathenauplatz setzte sich der Demonstrationszug Richtung Zeil in Bewegung. Nach kurzen Redebeiträgen ging es von dort durch die Hasengasse und Braubachstrasse an den Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Römerberg. Umrahmt von Touristen und Karnevalisten (?), die vor dem Aufgang zum Kaisersaal standen, meldeten sich dann einige Sprecher zu Wort. Da das mitgebrachte Beschallungs’anlägchen‘ nicht ausreichte, wurde heute meistens die Technik des Human Mic genutzt. Das Publikum wiederholt im Chor die kurzen Sätze des Vorredners – so bekommt man auch in der hintersten Reihe mit, was vorne gesprochen wird. Lustig war der Anfang eines Sprechers namens ‚Schimmi’…

Schimmi: „Hallo!“… Volk: „Hallo!“… Schimmi: „Ich habe meine Rede aufgeschrieben.“… Volk: „Er hat seine Rede aufgeschrieben.“… Schimmi: „Aber die Zettel liegen zuhause.“… Volk: „Aber die Zettel liegen zuhause.“ (grosses Lachen)…

Bis auf diesen originellen Einstieg waren mir allerdings die Wortbeiträge meist zu substanzlos und wiederholten sich inhaltlich zu häufig. Ob ich mich vielleicht demnächst mal zu Wort melden sollte? Ich könnte beispielsweise Jean Zieglers Ansprache verlesen, die er nicht auf den Salzburger Festspielen halten durfte. Ein lohnenswerter Gedanke! Offiziell ist von ca. 300 Demonstranten die Rede, ich hatte eher den Eindruck, es waren knapp tausend Bürger auf der Strasse. Die Stimmung unter den Leuten war sehr gut, es kamen einige interessante Gespräche mit den Mitdemonstranten zustande. Zum Sonntagsspaziergang sollte Occupy aber nicht verkommen. Die Leute sind interessiert, wollen Veränderungen. Es mangelt einfach an der Mobilisierung der schweigenden Mehrheit…

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