Hedgefonds wetten massiv auf Staatspleite

In der ZDF-Sendung FRONTAL21 vom Dienstagabend, 31. Januar 2011, wurde nun endlich auch einer breiteren Öffentlichkeit berichtet, dass Hedgefonds durch Kreditausfallversicherungen an der Staatspleite Griechenlands viel Geld verdienen werden. Moment… Kreditausfallversicherungen? Haben wir das nicht schon mal gehört, sind das nicht diese Credit Default Swaps (CDS), die 2008 die Finanzkrise verursacht haben?

Ganz genau! Nur geht es diesmal nicht um Immobilienschulden, sondern um die fälligen Kredite eines Staates. Seit 2010 kaufen Hedgefonds von griechischen Banken massiv Kreditausfallversicherungen für die Staatsanleihen – Marktbeobachter sprechen davon, dass sie ihren Einsatz bis um das Zwanzigfache erhöht haben sollen. Durch die starken Aufkäufe ist der Preis der CDS erheblich gestiegen – im Falle einer Staatspleite müssten diese Kreditausfallversicherungen teuer ausbezahlt werden, die Haftung dafür übernimmt der europäische Rettungsschirm.

Während also Europäische Zentralbank und Politiker händeringend nach Lösungen suchen, um die Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen und „das Vertrauen der Märkte wieder zu erlangen“, gibt es mächtige Fraktionen, die daran nicht im Geringsten interessiert sind und durch Spekulation im Katastrophenfall erheblich absahnen. Wundert uns da noch das gleichzeitige Störfeuer durch US-amerikanische Ratingagenturen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Wieder spielen Credit Default Swaps die Rolle der grossen Geldvernichtung, wieder findet ein Spiel jenseits von Moral und Anstand statt. Was folgt nach Griechenland? Welchen Staat nehmen dann die Hedgefonds als nächstes ins Visier?

Regulierung der Finanzmärkte. Wenn es nicht zum Heulen wäre…

Börse im Ersten (Foto: Katja Lenz)

Passend zum Thema: Foodwatch berichtet, dass die Deutsche Bank nun doch nicht wie angekündigt zum jetzigen Zeitpunkt über den Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln entscheiden wird. „Wir stehen erst am Anfang der von mir zugesagten Überprüfung des Geschäfts“, so Herr Ackermann laut foodwatch.de. Die Deutsche Bank habe jedoch beschlossen, in den kommenden Monaten eine umfassende Studie zum Thema zu erarbeiten. Soso. Und da soll man noch ruhig bleiben?

Tägliche Berichte von der Frankfurter Börse liefert uns bekannterweise die ARD. Für eine Dokumentation über die Arbeit von Radio und TV an der Börse war die Fotografin Katja Lenz einen ganzen Tag auf dem Parkett und berichtet aktuell über ihre Arbeit und das Ergebnis auf dem Lenz’schen Fotoblog. Ein interessanter Einblick!

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5 Kommentare
  1. Katja sagte:

    Interessant-vielen Dank für den Blog. Ungfassbar, wie das Finanzsystem sich selber torpediert !!

  2. Definitiv interessant! Auch von mir ein Danke .. ich mag Deinen Blog eh sehr gern ; sehr informativ.
    LG,Laura

  3. @Katja + Laura: Herzlichen Dank – freue mich immer sehr über Feedback!

    • Danke, das ist köstlich! :-)

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