Die kleinsten Bibliotheken der Welt

Mittlerweile ist er in vielen Frankfurter Stadtteilen zu sehen: Der Offene Bücherschrank, eine rund um die Uhr geöffnete, kostenfreie Bibliothek im Minimalformat für alle Bürger.

Im Rahmen des Bundesprojekts ‚Vernetzte Spiel- und Begegnungsräume‘ entstand die Idee: In einer wettergeschützten Säule werden Bücher für Jung und Alt deponiert. Man sucht sich einfach eines aus und nimmt es mit, schmökert und bringt das Buch oder ein eigenes wieder zurück zur Säule. Rund um die Uhr. Ohne Ausweis oder Mitgliedsgebühren. Ehrenamtliche ‚Paten‘ kümmern sich um die Einrichtungen und schauen regelmässig nach dem Rechten.

24 Stunden geöffnet!

Im November 2009 wurde der erste Bücherschrank am Merianplatz installiert, seitdem folgten weitere, zum Beispiel in Niederrad, am Dornbusch, in Seckbach, Bockenheim und Höchst.

Da es mich interessierte, habe ich eine ‚Patin‘ angesprochen, die gerade am Gries-heimer Bücherschrank zu tun hatte. Die Rotation, also der Umlauf der Bücher, soll (insbesondere bei Kinder- und Jugendliteratur) überraschend hoch sein und der Vandalismus scheint sich glücklicherweise in Grenzen zu halten. Passanten, die neugierig die Bücherschränke begutachten, hätten jedoch anscheinend Skrupel, sich daraus zu bedienen – trotz gut lesbarer, an der Aussenseite der Säule angebrachter ‚Bedienungsanleitungen‘.

Auf den Regalböden hinter der Glastür zeigt sich: Krimis und viel Herz-Schmerz, vereinzelte Bestseller (Säulen der Erde) und Sachbücher. Antiquarische Schätze wird man hier natürlich vergeblich suchen.

Optisch sind die massiven Stahl-Glas-Konstruktionen sicher keine Perlen – da soll es in anderen Städten Schöneres geben (z.B. alte englische Telefonzellen oder echte Holzschränke). Dennoch: Der Offene Bücherschrank ist eine schöne Idee und zukünftig werde ich auf dem Weg zum Café immer an der Säule in meiner Nachbarschaft vorbeischauen.

Angélique – ein Solitär der Weltliteratur!

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8 Kommentare
  1. Die Idee finde ich auch toll und werde sicherlich Ausschau halten,nach so einem Bücherschränkchen.
    LG,Laura

    • Dankeschön! Das hilft auf jeden Fall ;) Ich habe sooviele Bücher,die ein neues Zuhause suchen,also da braucht man sich keine Gedanken machen :D. Und so eine Aktion lebt schliesslich vom Nehmen UND Geben ;)!

    • Recht hast Du! Aber sooo viele Bücher wirst Du dort gar nicht unterbringen können. Die Schränke, die ich gesehen habe, sind alle gut gefüllt :-)

  2. Carmen sagte:

    Ich habe vor Ostern einen ganzen Stapel Kinderbücher zum Bücherschrank in Bonames gebracht – die Hälfte der Bücher war gestern schon weg.

    • @Carmen: Ich finde es schön, dass das so gut angenommen wird. Wurde jetzt darauf aufmerksam gemacht, dass es dieses „Book-Crossing“ deutschlandweit auch in Form von Bücherbäumen gibt. Das Frankfurter Exemplar steht am Messeweiher gegenüber der Festhalle…

  3. Eine tolle Einrichtung. Ich nutze den Mainzer „Bücherschrank“ am Rhein gerne zum Austausch

    • Ich kenne den Mainzer Bücherschrank zwar nicht, freue mich jedoch über jeden Menschen, der dieses System des Büchertausches unterstützt und belebt. Vielen Dank also!

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