Super Moog-Doodle

Die weltbekannteste Suchmaschine Google nutze ich äusserst selten (meine Empfehlung: Die sichere Seite ixquick.de), da mir das Gebaren und die monopolistische Stellung des Internet-konzerns nicht gerade sympathisch sind. Am vergangenen Mittwoch jedoch war ich hellauf begeistert: Anlässlich des 78. Geburtstages von Robert Moog präsentierte Google auf seiner Hauptseite als sog. Doodle* einen virtuellen, voll bespielbaren Analog-Synthesizer inklusive nutzbarer 4-Spur-Bandmaschine!

Screenshot vom Moog-Doodle (Quelle: google.com)

Robert Moog gilt als einer der wichtigsten Begründer der Synthesizer-Technologie und entwickelte bereits in den 1960er Jahren elektronische Klangerzeuger, die in Filmmusikkompositionen und auf den Konzeptalben von Rockbands eingesetzt wurden. Den Durchbruch feierte er jedoch 1970, als er mit dem MINI-MOOG den ersten portablen und halbwegs bezahlbaren Modular-Synthesizer auf den Markt brachte, der ab diesem Zeitpunkt die Musikproduktionen hauptsächlich im Rock- und Pop-Bereich massgeblich beeinflusste (man denke an Kraftwerk, Jean Michel Jarre, Pink Floyd, Emerson, Lake & Palmer).

Synthesizer – ob als Analog-, Digitalinstrument oder als virtuelles Plug-In für die Studiosoftware – sind heutzutage aus der populären Musik nicht mehr wegzudenken und haben seit Moogs ersten Schritten eine fulminante technische Entwicklung erlebt.

Hackentricks POLYSIX von 1981

Mit einem Schmunzeln denke ich an meine erste Begegnung mit dieser Instrumentengattung: Nachdem ich nur Klaviere und Orgeln kannte, kaufte ich 1981 aus Neugier einen für meine damaligen Verhältnisse sündhaft teuren POLYSIX von KORG (der immer noch meine Sammlung ziert). Zuhause angekommen, baute ich das Instrument aufgeregt auf und schloss es an. Doch so viel ich auch an den Drehreglern spielte – mehr als ein jämmerliches Wimmern liess sich dem Synthesizer nicht entlocken. Ein verzweifelter Anruf im Musikgeschäft klärte das Problem: Das Modulationsrad (im obigen Doodle-Screenshot der Drehregler links neben der Tastatur) hatte sich verstellt und sorgte so dafür, dass alle Klänge eierten! Dieses Erlebnis war prägend genug, um sich in den Folgejahren intensiv mit Synthesizertechnik auseinanderzusetzen…

Doch zurück zu Robert Moog und Google. Das witzige an dem interaktiven Logo am Mittwoch war, dass man tatsächlich per Computertastatur und Maus den ‚Mini-Moog‘ spielen konnte – und mittels virtuellem 4-Track-Recorder liess sich ein komplexeres Stück kreieren. Da die Google-Doodles jedoch nur 24 Stunden auf der Startseite sind (dann folgt ja ein neues), war es bald aus mit dem Spass.

Doch siehe da: Google bietet ein Archiv, so dass wir auch nachträglich noch mit dem virtuellen Modularsynthesizer herumexperimentieren können. Also ran an die Tasten – probiert auf google.com/doodles einfach aus, welche Klänge Ihr dem kleinen Moog entlockt! 

* „Doodle“ werden die interaktiven Logos genannt, die Google auf seiner Hauptseite jeweils anlässlich spezieller Jahrestage präsentiert 

Advertisements
1 Kommentar
  1. Anonymous sagte:

    Das ist ja cool! Gleich mal rumspielen :-) Danke für den Hinweis, Jazzy!
    LG JoGi

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: