„Gestatten, Hans-Dietrich!“

Schnee und Kälte im Oktober. Mitten in Deutschland. Während der eine oder andere Autofahrer feststellt, dass er noch keine Winterreifen aufgezogen hat, war die Tierwelt schon fleissiger und hat für den Winter vorgesorgt. Zumindest Hans-Dietrich.

Trippel-trappel, Kricks-kracks… seit Wochen kommt das Eichhörnchen (lat. sciurus vulgaris) regelmässig auf den Balkon und holt sich die bereitgelegten Nüsse. Anfangs vorsichtig und immer auf der Hut, doch mittlerweile hat die Neugier obsiegt und das süsse Tierchen erkundet sogar frech die Wohnung. Die langen Krallen klackern beim Herumstöbern auf dem Parkett, vom Klicken der Kamera lässt sich Hans-Dietrich überhaupt nicht stören.

Der kleine Kerl hat jetzt sein Winterfell angelegt, die Ohrenpinsel sind rapide gewachsen. Nuss um Nuss schleppt er davon, um sie irgendwo zu verstecken. Mit diesem Vorrat wird der Winter kein Problem… sofern Hans-Dietrich die Nüsse wiederfindet. Über Eichhörnchen ist zu lesen, dass sie zwar viele Verstecke anlegen, einen Teil davon jedoch wieder vergessen. Weil die Samen dieser Vorräte im Frühjahr keimen, tragen Eichhörnchen zur Erneuerung und Verjüngung des Waldes bei. Ob Hans-Dietrich und seine Artgenossen irgendwann auch die Stadt mit Bäumen übersäen werden?

(Zum Öffnen der Galerie einfach ein Bild anklicken! Fotos: Katja Lenz)

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9 Kommentare
    • Oh ja, das ist er! Er wird nur leider bald die Besuche einstellen und sich in seinen Kobel zurückziehen. Eichhörnchen halten zwar keinen Winterschlaf, beschränken die Aktivitäten jedoch auf das Notwendigste (herrliche Lebenseinstellung!)…

  1. Das ist aber sehr nett, dass sich Hans-Dietrich auch hier im Blog vorgestellt hat. O, wie is der goldisch. Bei uns im Garten leben zwei – namenlose – Verwandte von Hans-Dietrich, die ihren Nussvorrat entweder direkt vom Baum beziehen oder sich aus den Steigen bedienen, in denen die Nüsse zum Trocknen liegen. So putzig wie sie sind – im Frühjahr sind sie leider auch ziemlich schlimme Nesträuber, obwohl man ihnen kaum böse sein kann.

    Mein Lieblingsfoto von Hans-Dietrich ist das zweite von oben ganz links. Vorsichtig, aber trotzdem hellwach, neugierig und mutig. (So behält man von oben alles im Blick – nachmachen ,-)

    Danke für die schöne Geschichte!

    • Die Eichhörnchen mögen Nesträuber sein, aber beim Anblick von Hans-Dietrich und Artgenossen schmilzt man einfach dahin :-) Und: ja – es sollte unsere Maxime sein, neugierig, forsch und dennoch wachsam die Welt zu erkunden!

      Bekommen Eure Eichhörnchen dann auch im Winter noch Nüsse aus den Steigen? So ganz ohne Vorräte (praktisch eine Just-in-time-Ernährungslogistik) ist es für die ein ziemliches Vabanque-Spiel, oder?

  2. Nein, nein – die Nüsse holen sie sich jetzt und verstecken sie irgendwo. Sie sind dann auf jeden Fall autark auf ihren – eingeschränkten – winterlichen Wegen!

  3. Eine feine Geschichte so ganz unspektakulär und gerade deshalb beeindruckend. Und tolle Fotos noch dazu – Vielen Dank dafür.

    Schöne Grüsse vom Schwarzen Berg – ? – ääähhh dieser Tage von gegenüber ;-)

    • Hans-Dietrich musste mal der Öffentlichkeit präsentiert werden – ist doch super fotogen, das Kerlchen!

      „Von gegenüber“ (Stiefelküste?) wird hoffentlich berichtet, Herr Ärmel! Werde gleich mal nachschauen…

    • Hans-Dietrich ist mir eigentlich nur als „sackartiger Mann“ (zit. Eckhard Henscheid) erinnerlich ;-)
      Genau – Apulien für einige Tage.

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