Kommt bald die Finanzmarktreform?

Zerschlagung der Grossbanken. Trennbankensystem. Regulierung der Finanzmärkte. Was bis dato eher als Forderungen vermeintlich linker Spinner belächelt oder Richtung Occupy-Bewegung abgeschoben wurde, beginnt nun auch als ernsthafter Gedanke im politischen und ökonomischen Lager zu reifen.

Im Sommer meldete sich schon SPD-Chef Sigmar Gabriel mit seinem Thesenpapier aus dem Vaterschaftsurlaub und auch Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wird nicht müde, eine Reform des Bankensystems zu fordern: Riskantes Kapitalmarktgeschäft soll deutlich getrennt werden von den Einlagen der Sparer, Verluste der Finanzhäuser dürften nicht durch Steuergelder ausgeglichen werden, Banken sollten sich wieder mehr auf das Kerngeschäft – Finanzierung der Volkswirtschaft – konzentrieren und der globalen Zockerei sollten Zügel angelegt werden. Dass bei vielen grossen Geldinstituten das Kreditgeschäft nur noch zehn bis zwanzig Prozent der Bilanzsumme ausmacht, während der gewaltige Rest durch Hochfrequenzhandel, Spekulation auf Rohstoffe und Lebensmittel, undurchschaubare Derivate und Casino-Wetten getragen wird, stösst nun vermehrt auch unverdächtigen Stimmen aus der deutschen Wirtschaft sauer auf.

Ernst Prost, Unternehmer (Liqui Moly) meint: „Banken haben ihren volkswirtschaftlichen Auftrag in den Mülleimer getreten!“

Bernd Scheifele von Heidelberger Zement äusserte sich dieser Tage wie folgt: „Das normale Bankgeschäft und das Investmentbanking sollten nicht gemeinsam betrieben werden.“

Nikolaus von Bomhard (Münchner Rückversicherung): „Ich bin ein Anhänger des Trennbankenprinzips. Ich würde immer alles so klein machen, dass es nicht mehr ‚too big to fail‘ ist.“

Franz Fehrenbach vom Autozulieferer Bosch sagt: „Wenn ich den Finanzsektor zu regulieren hätte, dann würde ich die Universalbanken abschaffen!“

Und Dierk Hirschel (Chef-Ökonom von ver.di) nimmt ebenfalls Stellung: „Wir müssen Finanzprodukte, die keinen volkswirtschaftlichen Nutzen haben, verbieten.“

Langsam kommt tatsächlich Bewegung in die Sache, denn nun hat auch die EU-Expertengruppe unter der Leitung des finnischen Notenbankchefs Erkki Liikanen, die seit Monaten über Vorschläge zur Reform der Finanzmärkte brütet, ihre Ideen vorgestellt und stösst damit in’s selbe Horn. Bleibt abzuwarten, wie die Bankenvertreter und Brüsseler Lobbyisten darauf reagieren werden, sollte es ihnen tatsächlich an den Kragen gehen…

[Nachtrag – Deutsche Bank-Chef Jürgen Fitschen zum Thema: „Kurzfristige Gewinnmaximierung ökonomisch unsinnig“ (auf zeit.de vom 08. November 2012)]

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6 Kommentare
  1. Anthony S. sagte:

    Ein medial behandeltes Thema und keine Resonanz hier? Also ich schaue da teilweise mit einem anderen, unemotionalen Blick darauf, als es gewisse Medien und politische Organisationen tun.

    Thema Trennbanken: In erster Linie muss man sich vergegenwärtigen, dass die große Krise 2008 aus den USA, in einem Trennbankensystem entstand. Und die durch diverse Umstände brandgefährlich gewordenen Asset-Backed-Securities ein Produkt eines Bankensektors mit Trennbankensystem sind.

    Thema Bekämpfung „Too big too fail“: Auch in der zweiten Instanz wird dieses großflächige Problem damit nicht bekämpft. Wer hat die Krise ausgelöst? Der Zusammenbruch von Subprime-Krediten und der Zusammenbruch von Lehman Brothers.

    Thema Regulierung der Finanzmärkte: Eine heiße Kiste. Es wird sich teils total unkonkret ausgedrückt, was denn reguliert werden sollte. Sicher ist jedenfalls, dass bei der Krise 2008 in Deutschland staatliche Aufsichten, in und um SPD-Personal, geschlafen haben, welche jetzt Änderungen durchsetzen möchten. Eine staatliche Aufsicht wird jedoch auch mit einer höheren Regulation nicht klarkommen.

    Bleibt der Gedanke zur Gefahrenabkehr innerhalb Deutschlands und die Absichten/Folgen einer „Finanzmarktreform“, also einer Besteuerung von Derivaten und anderen Börsenumsätzen. Auch hier wird deutlich, welche zwei gesellschaftliche Gruppen gegeneinanderstehen. Sorgen die umgesetzen Maßnahmen eindeutig dafür, dass ein Teil der Finanzinstitute, welche hiesige Arbeitsplätze durch Exportunterstützung und kostengünstigen Dienstleistungen schützen, geschwächt werden. So werden Institutionen in anderen Ländern ihre Einkünfte garantiert und damit die Rendite, alleine weil die Kosten der Konkurrenz unabhängig von der Personalsituation steigen. Die Derivate zum Schutz von Versicherungen jeglicher Art, werden ebenfalls teurer, sodass spätestens hier der globale Markt noch stärker als Profitquelle wahrgenommen wird. Insbesondere für unseren Mittelstand und kleine Betriebe schwierig, die fast schon national und international bekriegt werden. Für den deutschen Bankensektor letztendlich eine weitere Öffnung in die Welt und eine Anpassung an angelsächsische Methoden. Schwierig, da keinen Zusammenhang zu dem Crash 2008 zu sehen.

    Es ist eben schon enorm wichtig, sich auf die Grundlagen wirtschaftwissenschaftlichen Denkens zurückzubesinnen und dieses einzuordnen. Auch wenn diese Personen keine Lobby haben. Die guten sind bekanntlich niemals arbeitslos, halten keine Verkaufsfläche in Form von Webseiten mit intransparenter Finanzierung und die meisten Foren und Bewegungen sind eben voll mit sozialistischen Zinskritikern, Lobbyisten, Träumern und Halbwissenden mit ideologischer Ausrichtung. Daher bleiben nicht viele übrig, die tatsächlich dagegen vorgehen könnten oder aufklären. Wir sind 82 Millionen Menschen alleine in Deutschland: Mich interessieren meine Familie und meine Freunde, die mir aus jedem unterschiedlichen Fachbereich das selbe Lied erzählen. Aus guter Absicht einen Herzinfarkt riskieren oder sich in die Öffentlichkeit bewegen, nach einer x-Stunden Woche? Daran sind schon etliche andere gestorben. Die Masse bleibt die Masse, und darf letztendlich tun und lassen, was sie möchte. Aber ich bezweifle ganz, ganz, ganz stark das dies eine Lösung ist, für die Leute, die dem vermutlich frenetisch und erlösend zujubeln.

    • Dein „unemotionaler Blick“ ist sicher ganz nützlich für das Relativieren, dass Du mit Deinem Kommentar betreibst. Und Deinen diskreditierenden Seitenhieb im Verweis auf „gewisse Medien und politische Organisationen“ solltest Du zukünftig sein lassen, wenn Du Dich auf meinem Blog zu irgendwelchen Themen äusserst.

      Die Krise 2008 in den USA entstand nicht in einem reinen Trennbankensystem. Da Du Dich augenscheinlich so gut auskennst, verweise ich auf den Gramm-Leach-Bliley Act von 1999. Zudem sind aus Dir sicher bekannten Gründen die US-amerikanischen Privathaushalte in viel höherem Ausmass in Investmentbanken engagiert, als es in Deutschland der Fall ist. Wer aus eigenem Gewinnstreben zocken will, soll das tun dürfen – aber nicht mit dem Risiko, Sparguthaben und öffentliche Mittel zu gefährden. Was spricht also gegen das Trennbankensystem?

      Und was spricht dagegen, das Finanzmarktsystem wieder dem eigentlichen Zweck zuzuführen, anstatt zuzuschauen, wie ein alles beherrschender eigenmächtiger Markt entsteht, der zudem noch weitere negative Begleiterscheinungen hat (die Du sicher auch wiederum relativieren wirst)?

      […] „die Absichten/Folgen einer “Finanzmarktreform”, also einer Besteuerung von Derivaten und anderen Börsenumsätzen“ […]
      Du unterstellst, dass die Finanzmarktreform nur aus Besteuerung besteht und zerlegst diesen Gedanken sofort argumentativ (selbstverständlich mit Hinweis auf die Gefährdung deutscher Arbeitsplätze). Schönes, aber leicht durchschaubares Ablenkungsmanöver…

      Ich lese in Deinem Kommentar zwischen den Zeilen ständig nur Beschwichtigungen, ideologische Diffamierungen und die Feststellung, dass alle Kritiker Halbwissende und Träumer sind. Dazu nur ein Satz: Deine Experten hätten in den vergangenen 20 Jahren mal lieber den „Träumern“ zuhören sollen, statt ständig nach neuen Wegen der Profitmaximierung zu suchen, dann wäre uns eine enorme Kapitalvernichtung und -umschichtung erspart geblieben!

      Mir sind Menschen suspekt, die aus der finanz-/marktwirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte nichts gelernt haben und weiterhin engstirnig einem Denkmodell folgen, das zwangsläufig in eine Sackgasse führt. Diskussionen über etwaige Alternativen werden von diesen Leuten verhindert, andere Wege werden von vornherein als unrealistische Spinnerei abgetan, anstelle sie einmal unvoreingenommen zu prüfen – ein Teil des Problems, nicht der Lösung.

      Ich habe – ehrlich gesagt – keine Lust mehr, hier auf meinem Blog / in meinem Wohnzimmer meine Zeit mit unbelehrbaren Verfechtern des neoklassischen Wirtschaftsmodells und deren unkritischer Anhängerschaft zu verschwenden. Und emotionslos besprechen lässt sich diese gelehrte Theorie, deren negative Auswirkungen ganze Bibliotheken füllen würde, schon gar nicht…

  2. Anthony S. sagte:

    Ich möchte überhaupt nichts relativieren, jedoch einordnen. Den Vorwurf der Halbwisserei als Todschlagsargument verwende ich nun gar nicht. Und um es unten vorneweg zu nehmen, bin ich traditioneller Keynesianer oder Neu-Keynesianer. Halte die Philosophie letztlich, wenn man über Finanzmärkte redet, aber für völligst irrelevant und keiner Schule zuzuordnen. Außer dass man Banken und den Finanzmarkt, gerade von bestimmten Organisationen, als nicht wichtig einstufte, was ich für einen Fehler der Neu-Keynesianer – aber niemals der Klassiker – halte.

    Mir ist die Deregulation, die es 1999 in den USA gab, durchaus bewusst – ist jedoch für die internationale Krise eher unerheblich. Asset-Backed-Securities entstammen aus der Zeit des New Deal, wo auch der Handel mit den ABS florierte. Es gibt keine empirischen Beweise, dass das Trennbankensystem die Sicherheit der Depositionen erhöht. Deutschland hatte, entgegen den USA, keine einzige Bankenkrise. Die USA jedoch eine Menge Finanzinnovationen, die sich allseits nicht wirklich als produktiv herausgestellt haben und in den 80-Jahren eine gigantische Bankenkrise. In einem Trennbankensystem wäre es, den heutigen Markt im Blick, vermutlich sogar so, dass nur Investmentbanken überleben würden. Auch dies hat sowohl politische als auch wirtschaftliche Auswirkungen. Wer diese Dinge nicht zur Kenntnis nehmen möchte oder letztendlich aus Grund X nicht nachvollziehen kann, reagiert für mich unbelehrbar. Denn aus Deutschland gab es massive Kritik die letzten 30 Jahre, und Deutschland wurde, mit Ausnahme der Staatsbanken, nicht von der Krise erwischt – außer über einbrechende Exportzahlen und steht nicht so blutleer da. Und genauso verhält es sich mit Kritik am Euro, die u.a. auch von Paul Krugman kam.

    Ein Trennbankensystem ist nicht weniger profitmaximierend. Woher erschließt Du das denn bitte? Und die Häuser sind in den USA auch stehen geblieben. Dafür haben sich Familien selbstständig und mitsamt einiger Banken ruiniert.

    Die einzigst sinnvolle Finanzmarktreform, also eine Hinterlegungspflicht für Staatsanleihen, gibt es bislang nicht. Also bleibt doch nur die Finanztransaktionssteuer, oder habe ich etwas verpasst?

    Jemand der in der Vergangenheit fest verharrt, ist natürlich nicht zu gebrauchen. Aber ich will doch genauso wie Du gezielte Veränderungen sowie eine Diskussion und bin nicht in einer Sackgasse. Unklar ist weiterhin: Woher nimmst Du heraus, dass die Entwicklung – insbesondere der Banken – nicht vorrangegangen ist? Und welche anderen Wege meinst Du denn, die man angeblich nicht diskutiert?

    • Es tut mir leid, wenn ich in meiner vorherigen Antwort etwas zu harsch war. Einige Deiner Äusserungen habe ich missverstanden und – ich bin ehrlich – bekomme ich mittlerweile einige Diskussionsansätze in den falschen Hals…

      Ich versuche nachfolgend, mich kurz zu fassen und überspringe den einen oder anderen Punkt, da die Debatte ansonsten unübersichtlich wird.

      1. […] „ein Trennbankensystem ist nicht weniger profitmaximierend. Woher erschließt Du das denn bitte?“ […]
      Ich nehme an, Du meinst damit meine laxe Anspielung auf das ‚Kasino‘. Ich habe nichts gegen Profitmaximierung. Aber ein Trennbankensystem kann doch die Risiken besser verteilen, oder? Stichwort „Finanzmarktreform“: beispielsweise das Ausweisen höherer Sicherheiten, soweit Standardsparvermögen involviert sind. Soweit in Kurzform.

      2. Natürlich hast Du Recht, dass ein Trennbankensystem das Platzen einer Blase in 2008 nicht verhindert hätte. Allerdings hätten „wir“ dann – wenn in Deutschland ein Trennbankensystem bestanden hätte – beispielsweise die Commerzbank getrost absaufen lassen können, weil eben nicht die Spareinlagen vieler Menschen gefährdet gewesen wären.

      Und (wie bereits ausgeführt): Die USA und Deutschland sind (auch in der Causa ‚Trennbankensystem‘) nicht vergleichbar. Dort sind die Menschen aufgrund eines anderen Sozialversicherungssystems viel mehr darauf angewiesen, via Investmentbanking für Altersvorsorge u.a. zu sorgen, während die Deutschen mehrheitlich ihr Geld konservativ auf normalen Sparkonten liegen haben. Insofern egalisiert sich der (damalige) Unterschied ‚Trennbanken dort / Universalbanken hier‘ doch eigentlich, oder?

      3. […] „Deutschland hatte, entgegen den USA, keine einzige Bankenkrise“ […]
      Ähm, muss ich jetzt wirklich jede einzelne deutsche Bankinstitution aufführen (inkl. Quellenverweis und Nennung der Unsummen verbrannten Geldes), die zum Beispiel in den vergangenen zehn Jahren gescheitert ist? Wie definierst Du Bankenkrise?

      USA, Banken und die 80er. Ja, da stimme ich Dir vollauf zu. Michael Milken und Konsorten. Junkbonds. Und auch wieder die Pleiten von Investmentbanken und US-amerikanischen Sparkassen (trotz Trennbankensystems). Wer da als Gewinner hervorgegangen ist, weisst Du auch. Ich verweise jedoch abermals darauf, dass dies dem amerikanischen System geschuldet ist, in Deutschland haben wir (noch) nicht die Masse an Investments durch den ‚Normalbürger‘ (wobei – bedenklich sind natürlich auch die ganzen Versicherungseinlagen… aber das ist ein anderes Thema ;-) ).

      Zum Schluss einfach noch zwei beispielhafte Zahlen (wenn auch plakativ), um den Wahnsinn des Finanzmarktsystems darzustellen (und um meinen Groll zu untermauern):
      – 700 Mio. USD (!) spekulativ veruntreut durch MF Global und einfach futsch (2011)
      – 200 mio. USD (!) spekulativ veruntreut durch PFGBest und einfach futsch (2012)

      Ist da nicht Handeln dringend angesagt?

    • PS: Zu Punkt 2 – die Occupy:Frankfurt-Leute betonen momentan immer gerne das Beispiel Island. Dieser Meinung widerspreche ich ausdrücklich! Island konnte die betroffenen Banken deswegen absaufen lassen, weil dort (fast) ausschliesslich ausländische Gelder verzeichnet waren (das war ja Teil des ‚Geschäftsmodell Island‘ – da ist die politische Entscheidung und Zustimmung der eigenen Bürger einfach einzuholen.

  3. Anthony S. sagte:

    Hallo. Keine Sorge, das passiert jedem mal und brachte

    mich nicht aus der Spur.

    1.] Basel III wurde doch bereits umgesetzt. Eigenkapital ist wichtig und richtig. Ein Trennbankensystem sorgt nicht für die Bändigung des „Too Big to Fail“. Es gibt auch im US-Amerikanischen System diverse Probleme mit dem Aufbau von Schattenbanken und dem Entzug gewisser Geschäfte in den Schattenmarkt durch qualitativ schlechte Politik der letzten Jahre. Im Trennbankensystem würden die ganzen Verbriefungen geschaffen, um Sicherheiten aufzubauen.

    Deutsche Banken haben in unserem Bankensystem überwiegend andere Sicherheiten und dieses System ist stabil.

    2.] Island hat natürlich mit ihrer eigenen Währung ganz anders entschulden können.

    Überrascht bin ich trotzdem hinsichtlich deinen Commerzbank-Plänen, weil das mir relativ „brutal“ und teilweise „utopisch“ klingt, diese Bank absaufen zu lassen. Bislang hat der Bund an der Commerzbank verdient, sofern er nicht seine Positionen heute zwangshaft auflöst. Die Commerzbank steht wegen der europäischen Bankenkrise im Vordergrund, da die Staaten der Ausfallsfaktor sind. Damit diese Staaten es nicht mehr sind, handelt die EZB. Wäre jetzt die „Commerzbank Investment Holding“ in die Pleite gelassen worden, bestünde prinzipiell die gleiche Problematik wie in den USA bei Lehman Brothers. Um dieses „harte“ Szenario zu vermeiden, müsste man zur Vermeidung größerer Probleme also vermutlich trotzdem staatlicherseits einsteigen. (Dies hätte man in den USA nachträglich auch lieber getan.) Grundsätzlich macht es ebenfalls keinen Unterschied, ob ich das Geld „konservativ“ oder „spekulativ“ anlege. Am Ende ist Geld, Geld.

    3.] Geld wird immer irgendwie und irgendwo verbrannt. Entscheidend ist normalerweise, ob der Bankensektor (oder der Finanzsektor) eine reale Wirtschaftskrise auslöst, um von einer Bankenkrise zu sprechen. Dies ist in Deutschland aus Deutschland nicht passiert. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass in den USA oft gewissenlos gehandelt wurde und dies genau im Universalbankensystem in der Form unterblieb. Durch das Trennbankensystem würde außerdem das Investmentgeschäft vermutlich durch die Marktkonzentration in seiner Gefahr zunehmen und der Verflechtungsgrad nicht niedriger: Gewinner wäre die Deutsche Bank, die aber dann eher „Anglo-American Bank“ heißen sollte. Letztendlich ist im deutschen Markt vermutlich sogar mehr Kapital, als im US-Markt abzüglich Auslandsinvestitionen. Denn der US-Finanzmarkt ist natürlich ein absolutes Schwergewicht, und seit den 70er Jahren enorm mit Auslandsdirektinvestitionen gesegnet worden. Darunter fallen auch deine zwei Beispiele, was auch zu aller Erst der Aufsicht geschuldet ist.

    Zusammenfassend bleibt m.E. nichts von Qualität übrig, was die SPD da plant, außer politisch ihre Agenda durchzudrücken. Basel III wurde bereits umgesetzt und das halte ich für wichtigen Pragmatismus. Für Europa steht daher die Verschuldungskrise im Euro-Raum weiter im Fokus, die ebenfalls pragmatisch gelöst werden muss. Wenn diese durch vernünftige Politik annähernd gelöst wird – dafür braucht es die EZB -, kann man mittelfristig schauen, die Menge, die im Finanzmarkt umhergeistert, zu reduzieren. Da müssen die Staaten + Banken aber nun durch.

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