Ein Chor singt „Adé“

Heute mal ein ganz anderes Thema…

Die vergangenen Abende habe ich damit verbracht, Ton- und Videomaterial zu bearbeiten, das ich Anfang Februar im Rahmen einer Choraufführung aufgezeichnet hatte.

Den Kirchenchor St. Aposteln kannte ich aus meiner Kindheit in der Pfarrgemeinde, der Chorleiter Michael J. Volpert war zudem Musiklehrer an meinem Gymnasium. Ich erinnere mich an Lateinische Messen, Reisen, den Gesang bei Pfarrfesten, regelmässige Auftritte in der Frankfurter Nikolaikirche und vieles mehr (die Melodie „Herr Deine Güüü-te raa-heicht so weit“ habe ich heute noch ständig im Kopf)…

Nun ist Schluss damit, mangels gesangstüchtigem Nachwuchs löst sich der Chor auf. Am 3. Februar gab er sein Abschiedskonzert in der heimischen Kirche am Ziegelhüttenweg in Frankfurt-Sachsenhausen und präsentierte die wirklich schöne Messe in C-Dur (Windhaager Messe) von Anton Bruckner, die dieser im Alter von achtzehn Jahren (!) komponierte.

Trotz 65-jährigen Bestehens gibt es seltsamerweise keine Aufzeichnungen der Auftritte… also liess ich mich nicht zweimal bitten und sagte meine Unterstützung zu.

Beim Aufbau stellte sich heraus, dass es Probleme mit dem Licht geben könnte. Zudem war es auf der Empore, wo Chor und Orchester platziert wurden, viel zu eng für die geplante Kamera-Action. Eine Sache, die ich gar nicht bedachte: natürlich tappte ich völlig im Dunkeln, wann einzelne Teile des Chores – Bässe, Alt- und Sopranstimmen, Tenöre – und die Instrumente (Violinen, Hörner, Kontrabass, Orgel) ihre Einsätze haben würden.

Zuhause beim Zusammenschneiden der Szenen habe ich noch Zwischeneinblendungen, sowie Vor- und Nachspann eingebaut. Am Ende ist ein ganz passables Werk enstanden und alle Teilnehmer können sich demnächst über eine knapp 25-minütige DVD mit allem Drum und Dran erfreuen.

Nachfolgend ein kurzer Ausschnitt zum Reinschnuppern – der Kirchenchor St. Aposteln beim Abschiedskonzert vom 3. Februar 2013 mit dem Benedictus der Bruckner-Messe!

[Vor Ort eingesetztes Equipment: 2x Shure- / 2x Sennheiser-Mikrophone auf Stativen, Audioaufnahmen auf digitaler 16-Spur-Workstation AW-1600 von Yamaha, Videoaufnahmen auf 2x Sony DV-Kameras (eine auf Stativ, eine als flexible Handkamera). Audionachbearbeitung auf Musiksoftware Logic Pro, Videobearbeitung und -produktion auf Magix Video Deluxe.]

Die nachfolgenden Bilder sind Snapshots aus dem Video:

ChorViolinsDirigent

Videobearbeitung

Videobearbeitung

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4 Kommentare
  1. Wunderbar, lieber Jazzy. Von Occupy über die Eintracht bis zum Kirchenchor ist es bei dir nur ein kleiner Schritt. Sehr schade, dass es diesen feinen Chor nicht mehr gibt – und großartig, dass du das letzte Konzert so würdig festgehalten hast!

    • Macht ja auch Spass, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen (ich meine die Choraufnahmen)!

  2. Anthony S. sagte:

    Ich finde es schade, dass sich der Chor aufgelöst hat. Eine gute Bekannte von mir singt selbst in einem Kirchen-Chor, die mit Anfang 40 recht jung ist. Es ist ein ländlicherer Bereich Hessens, wo sogar 16-jährige hübsche Jungs + Mädels freiwillig mitsingen und spielen, ohne dass diese in ihrer Peer-Group geächtet wären, sondern diese sind eher die Stars. Das ist eine Ausnahme, zeigt aber dass man mit guter Erziehung und Spaß an der Sache, sowie Veränderungen und Tolleranz auch innerhalb jeglicher Kirchengemeinde sehr wohl soetwas erneuern kann. Schade. Leider ist heute das Fordern öffentlicher, gemeinschaftlicher Dienste und Kultur groß, die Bereitschaft sich einzubringen oder zu spenden gering. Und ein Großteil des Nachwuchses muss sich in der Schule vermutlich sogar dafür rechtfertigen, warum es nicht beim virtuellen Farmbau hilft. Ich finde das traurig und zum Kotzen.

    • Da müssen sich aber auch so einige Gemeinden, Sport- und sonstige Vereine an die eigenen Nase fassen, weil sie dem Nachwuchs nicht gerade attraktiv entgegenkommen. Das schreibe ich aus eigener Erfahrung.

      Ansonsten gebe ich Dir Recht – hier ist ein Feld, auf dem noch vieles für die Gesellschaft zu gewinnen wäre (z.B. soziale Kompetenzen, Verantwortungsbewusstsein, Engagement, Integration)!

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