Blockupy 2013

„BLOCKUPY BLOCKIERT BUSSE UND BAHNEN“ (Frankfurter Neue Presse vom 29.05.2013)

Liebe Redaktion der FNP, da läuft etwas verdammt schief in diesem Land, wenn Ihr Euch mit solchen Überschriften freiwillig zum Sprachrohr der Law & Order-Politiker macht und Euren Lesern suggeriert, die Teilnehmer der Frankfurter Blockupy-Aktionen würden Strassenbahnen, Haltestellen und Gleise besetzen, um den öffentlichen Nahverkehr lahmzulegen. Dass die Einschränkungen des Bus- und Bahnverkehrs im vorauseilenden Gehorsam durch die Frankfurter Verkehrsgesellschaft beschlossen wurden, weil für diese Tage wieder ein Ansturm der Hunnen prohezeit wurde, wolltet Ihr Euren Lesern anscheinend vorenthalten…

Generell wurde in den vergangenen Tagen medienübergreifend hauptsächlich darüber berichtet, wo es zu welchen Behinderungen kommen würde. Eine detaillierte Berichterstattung über die Motivation und Beweggründe der Blockupy-Aktivisten? War wohl nicht gewollt…

Wer sich seit vergangenen Mittwoch in der Stadt genau umgesehen hat, ist auch nicht überrascht über die Vorfälle beim gestrigen Demonstrationszug und das Verhalten der Polizeikräfte. Wie bereits im vergangenen Jahr (siehe meine Artikel) hat die Stadt im Vorfeld Horrorszenarien an die Wand gemalt und die Staatsgewalt gegen mündige Bürger aufgefahren.

Die gestrigen persönlichen Erlebnisse am Polizeikessel beim Schauspielhaus (Ecke Neue Mainzer Strasse / Hofstrasse) haben mich erschüttert. Auch die Wahrnehmungen anderer Augenzeugen, die Berichte u. a. durch FAZ („Im Kessel“) und Frankfurter Rundschau („Blockupy-Tage gehen zuende“), Standort und Zeitpunkt des Geschehens lassen die Vermutung zu, dass zumindest eine Störung der völlig friedlichen Demonstration von vornherein geplant war. Dass ‚die Obrigkeit‘ – um mal diesen etwas antiquierten Begriff zu verwenden – mit völlig unverhältnissmässigen Mitteln das Demonstrations- und Versammlungsrecht angegriffen hat, muss in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung und im Hessischen Landtag ein Nachspiel haben. Glücklicherweise haben Abgeordnete aus Stadt und Land gestern am eigenen Leib erfahren dürfen, welche Mittel der Kollege Boris Rhein (Innenminister der Hessischen Landesregierung) gegen kritische Bürger auffährt, so dass das Thema sicher zur Sprache kommen wird.

Meine Sicht: die Blockupy-Teilnehmer stellten während der Aktionstage in Frankfurt trotz der vorhergesagten Schreckensbilder zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr dar. Aber inwieweit das Gedankengut eines Herrn Rhein (Stellungnahme der CDU-Landtagsfraktion) und seiner Erfüllungsgehilfen bei den Ordnungskräften unsere Gesellschaft gefährdet, darüber muss geredet werden!

Mehr Bilder und Berichte auch in den Blogs umamibuecher („Polizeilicher Konjunktiv“) und stadtkindffm („Fotos + Video von Blockupy Frankfurt“ und „Selbstblockade in der Goethestrasse“). Unbedingt lesenswert auch der Erlebnisbericht von Stefan Rudersdorf: „Staatsbürgerkunde“!

NACHTRAG: Am Samstag, 08. Juni 2013, wird zur Demonstration gegen die o. g. Vorkommnisse aufgerufen. Die Kundgebung beginnt um 11.30 Uhr am Baseler Platz, der Protestzug wird pünktlich um 12 Uhr starten. Als Gastredner zugesagt hat u. a. der Kabarettist Urban Priol (Bilder und Bericht unter Blockupy 2013 – das Nachspiel)! 

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21 Kommentare
  1. Karla Kolumna sagte:

    hmmm…bislang habe ich mich selten veranlasst gesehen dagegen zu diskutieren.
    occupy (ein breitflächig finanziertes netzwerk aus den usa) fand ich anfangs gut. in den usa wurde die bankenrettung von obama kritisiert und trotz des geldes zuwenig menschen, gerade in New York, eine Arbeitsstelle bekamen. man entstand aus der teaparty, von derer man sich vorallem durch nationale Politik unterschied. diese welle wurde über die ganzen netzwerke und geldgeber auch nach deutschland getragen. ich fand es deshalb ein tolles experiment, da in Deutschland direkte Demokratie damals über die Piraten favorisiert wurde.

    spätestens als die ganzen parteifahnen auftauchten, in den frankfurter nahverkehr uriniert wurde und bestimmte leute einfach nicht mehr diskussionsfähig waren, habe ich der bewegung den rücken gekehrt. bei blockupy letztes jahr wurden einkaufsläden gestürmt, sachbeschädigungen verursacht und zusehends eine klar „antikapitalistische“ Mitte gefunden. letztes jahr konnte man mir nicht erklären, was man genau wolle. ich war aber nicht dabei.

    Mein Freund kam aus Hamburg angereist, ich war bis 13 Uhr arbeiten. Sein Zug musste bei der Einfahrt halten, weil Blockupier auf den Schienen waren und dort herumgespielt haben, bis die Leute verjagt wurden.Ich hoffe mal,dass hier keine brandsätze gesetzt werden wollten.20 minuten wartezeit. als ich nach dem feierabend mir die demo angeschaut habe und von der zeil kam, sah ich vorne eine gewisse horde „antikapitalisten“ und vermummte leute, während an der seite flyer zum aufruf von straftaten (linkejugend) verteilt wurden. ich bin einmal herumgelaufen und hab mich unterhalten.

    das schlimme finde ich eigentlich, die komplette konzeptlosigkeit der proteste und die komplette bürgerferne der initiatoren mit dem aufruf nach dem Kommunismus und dem einschlägigen linksextremen Bündnis.Ich kann mir nächstes Jahr nicht mehr vorstellen,dass Medien das „Ereignis“ hypen und zweitens normalos dem irgendwie auch nur im entferntesten Sinne beiwohnen.

    Die Polizei mag sicherlich nicht entsprechend gegenüber den übrigen 5000 gehandelt haben,wovon bestimmt 500 Leute „einfach nur dabei“ sein wollten. Für diejenigen müsste es allerdings eine alternative Demo geben bzw. müssten das selbst organisieren. fraglich ist nur, ob dazu jemand die Kraft hat, weil die Gelder, die Blockupy erhält, sind einmalig. gut finde ich,dass die sozialdemokratischen parteien (auch aus Frankfurt)diesen aufruf nicht unterstützen und stattdessen weiter auf dem weg der Sozialdemokratie arbeiten,statt auf konzeptlosen Populismus einzusteigen,der sich dann selbst noch als „kritisch“ sieht ohne aber zu wissen,was für forderungen man da eigentlich übernimmt…bei manchem habe ich das Gefühl,die Demo sei Freizeitspaß wie ein Fußballspiel samt Choreographie…nur dass manche dann nicht mehr gehen konnten,weil sie keine Lust mehr hatten…

    • Danke für den ausführlichen Kommentar, Karla. Ich begrüsse es ausdrücklich, dass unterschiedliche Wahrnehmungen veröffentlicht werden. Ich versuche meine Antworten etwas zu strukturieren…

      a) Ja, ich gebe DIr Recht, dass das vielfältige Meinungsspektrum der Blockupy-Teilnehmer, die unterschiedlichsten Gruppierungen und pauschalen Forderungen nicht sehr konstruktiv für den Protest sind und ich gehe davon aus, dass sich viele der Teilnehmer (so wie ich) nicht mit allem vereinnahmen lassen, was dort so verlautbart wird. Blockupy ist in meinen Augen jedoch die derzeit einzige grössere ernstzunehmende Plattform, um (in Frankfurt) Missstände in Politik und Wirtschafts- / Finanzmarktsystem öffentlich wahrnehmbar auf die Strasse zu bringen.

      b) Ich halte es für verkehrt, angesichts der Ereignisse von Samstag die Diskussion auf die politischen Ansichten und Strömungen der Demonstrierenden zu lenken. Das Vorgehen der Polizeikräfte seit Mittwoch (Absperrung von Teilen der Innenstadt, Störung des ÖPNV, massiv einschüchterndes Auftreten, etc. pp.) ist als Angriff auf Versammlungsfreiheit und Demonstrationsrecht zu verurteilen – ganz gleich, ob das eine Demo der Malaysischen Pfadfinder, Belgischer Tierschützer oder gar der NPD gewesen ist. Die Demo war gerichtlich erlaubt, somit hatten die Demonstranten das Recht durch die Strassen zu ziehen, ohne kriminalisiert und mit Repressionen behandelt zu werden!

      c) Deine Eindrücke der Blockupy-Tage 2012 sind mir neu. Ich habe im vergangenen Jahr die Aktionen an drei Tagen begleitet und habe zu keiner Zeit irgendwelche der von Dir geschilderten Vorkommnisse beobachtet. Ich weiss aber auch: wenn grosse Menschenmassen zusammenkommen (siehe auch Sportevents, Konzerte, Jahrmärkte), gibt es immer kleinere Vorkommnisse. Ich finde das auch nicht so toll, weiss es aber einzuordnen.

      d) Es trifft sicher auf Unverständnis und Ärger bei Zeil-Besuchern, wenn am Freitag das Shoppingerlebnis gestört wird, weil 500 Demonstranten mit einer Sitzblockade vor H&M auf die Produktionsbedingungen des Unternehmens aufmerksam machen wollen. Das sollte man als aufgeklärter Bürger gelassen akzeptieren – BLOCKUPY basiert nun mal auf dieser Demonstrationsform. Die Sperrung der Innenstadt am Samstag der Vorwoche haben wir auch fröhlich hingenommen: da hiess es Wolkenkratzerfestival. Ich will das nicht ins Lächerliche ziehen, aber persönliche Interessen müssen manchmal gegenüber gesellschaftlichen / öffentlichen Anlässen zurückgestellt werden. Sonst braucht man über den Sinn von Demos und das Demonstrationsrecht gar nicht mehr zu diskutieren. Und das kann niemand wollen…

      e) Zu Deinem letzten Absatz: Auch hier stimme ich zu, dass es sicher viele ‚Event‘-Teilnehmer gab, die einfach nur dabeisein wollten. Dennoch ist es mir lieber, dass 15.000 Menschen gebündelt an einem Tag durch die Stadt ziehen und Aufmerksamkeit finden, als dass jedes Grüppchen seine eigene Demo für sein eigenes Thema anmeldet. Apropos: die Teilnehmerzahl finde ich sowieso beschämend, zu einem solchen Anlass müssten sich Hunderttausende einfinden! Aber das ist ein anderes Thema…

      Abschliessend: Ich finde es gut, dass Du Dir eine eigene Meinung bildest und die Dinge kritisch betrachtest. Umso wichtiger ist es, dass Du in Zukunft sicher und frei diese Meinung öffentlich vertreten kannst – und gerade deswegen machen mir die Vorkommnisse von Samstag Sorgen…

  2. Karla Kolumna sagte:

    Hallo Hackentrick

    gleich zu beginn: du sprichst schon gute punkte an und ordnest das ähnlich zu mir ein. Ich sehe z.B. bei a) die Situation, dass bewusst über andere Bürgerbewegungen aus anderen Ländern medial nicht gesprochen wird und es deshalb immer auf diese pseudocoolen, teils touristischen „yeah, wir blockieren Frankfurt“-Nummer hinausläuft.das liegt einfach an der bestehenden netzwerkstruktur,die organisation,geld,flyer und einflüsse auf die presse nutzt. normale bürger schaffen es nicht,das zu durchbrechen. z.B.schätze ich dich eher als Bürgerrechtler ein,aber die meisten davon sind wohl zu faul,weil man in deutschland gerne fordert aber selbst nichts machen möchte.

    b) Über das Polizeiverhalten wird man sich noch auslassen und Experten werden das begutachten müssen.
    c) Klar.Aber das meiste war ja auf der Zeil und war mit sicherheit nicht unorganisiertes handeln.
    d) eine friedliche demo ist den leuten ja egal, aber wenn selbstgebastelte rauchbomben in den douglas fliegen und nebenan die scheiben zerdeppert werden,dann sorgt man bei 16jährigen angestellten für nervösität und angst.gerade in Frankfurt,wo dir auch mal abends als dame jemand die handtasche klaut oder der freund auch im stadion von einem zugedröhnten angespuckt wird und du niemals weißt,wer und was dahintersteht. da kann ich dir von der tierschutzdemo vor 3 monaten in Ffm auch erzählen. Da ist eine 25jährige samt begleitung, die vor dem Protestzug lief,auf einen opa mit händchenhaltender oma zugestürmt, weil dieser auf der straße, wo die demo 30 sekunden später vorbeigelaufen wäre,an der u-bahn-station Paulskirche stehen blieben,um dass die oma was an seiner jacke gewurschtelt hat.vor der polizei,die das überhaupt nicht trotz 20 anwesender mitbekam.gelöst wurde es dann durch andere „shoppende rentner“im heftigen meinungsaustausch.Ich bekomme da immer das kotzen.
    Ein Demonstrationsrecht wurde aber doch noch nie entzogen.

    e) 100.000 finden sich nur ein,wenn es ein wahrhaftiges problem gibt,was die mittelschicht erreicht UND es ein Ziel gibt ODER niemand anderes versucht die demonstration für sich zu beanspruchen.

    Ich sehe meine Grundrechte nicht gefährdet,aber der zunehmende linksrutsch und sehr linke propaganda ist für mich politisch und mit seinen folgen schwierig einzuschätzen.mit linkspartei=uspd und deren propaganda dünnt man die eigenen wahlchancen aus,und verprellt eben auch das bürgertum,was sich ja seit 1998 dreimal auf eine SPD und 2x grüne Regierung eingelassen hat und für eine sozialdemokratisierung der union gesorgt hat.

    Glaube aber,dass es in Deutschland einem Sprachrohr fehlt wie es welche in den USA, Russland der Türkei (in zwei ehemaligen militärdiktaturen und ex-anti-freiheitlichen Nationen!!) und in England gibt. also ein fernsehsender, über dessen beiträge auch eine „bequemere“ Organisation auch im Internet ermöglicht und den Unmutsgedanken weiter transportiert wird,aber eben im tatsächlichen Bürgertum verbleibt.vor allem für die eher jugendliche lobby,die europaweit gar nicht vertreten wird.

    • Warum betonst Du wiederholt eine wie auch immer geartete Gefahr von linken Gruppierungen? Der wahre Feind unserer Gesellschaft kommt ganz anders daher… schleichend und kaum wahrnehmbar, immer verhüllt in Versprechungen und Glücksverheissungen. Befeuert wird er von der Werbeindustrie und denjenigen, die tatsächlich von ihm profitieren. Er legt sich auf die Medien und Informationskanäle, beansprucht Deine Zeit und Deine Ressourcen, und flüstert Dir immer wieder in’s Ohr, wie toll und cool das alles ist. Und damit Du Dich daran erfreuen kannst, musst Du Dich in eine Tretmühle begeben und merkst vor lauter Treten und Treten und Treten gar nicht, was gerade mit Dir und Deinen Mitmenschen passiert. Und dann kommt jemand und ruft: „Hey Leute, lasst doch mal diesen Quatsch – wir setzen uns auf eine blühende Wiese und singen zusammen schöne Lieder!“ Aber weil die Wiese und die Lieder auf keiner App zu finden sind und weil der Feind flüstert, dass es bei ihm viel schönere Wiesen gäbe, wenn Du ihm treu bleibst, schauen die Menschen den Rufer genervt an und sagen „Verschwinde, Du Spinner“.

      So oder so ähnlich läuft das… Der Feind, das ist ein Totalitarismus, der unser Gesellschaftssystem so langsam einnebelt – von Politiker bis Hartz4-Empfänger. Die Leute werden eingelullt mit dem Mantra „Wachstum, Leistung, Konsum“, so dass diejenigen, die auf die bösen Seiten dieses Feindes hinweisen, nur noch als Störer gelten!

      Und weil quer durch alle Gesellschaftsschichten alle benebelt sind von dem Mantra und gläubig wie Mitglieder einer Sekte, wirst Du keine 100.000 Menschen auf die Straße bekommen ;-)

      Sprachrohre, Plattformen, Organisationen gibt es in Deutschland genügend. Die Leute bewegen sich meistens aber erst, wenn es um persönliche Eingriffe geht: S21, Flughafenausbau, usw…

      PS: Noch ein – wie ich finde – sehr passender Absatz…

      […] „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert“ […]

      Weisst Du, welche linksradikalen Spinner dieses Statement verfasst haben? Das ist die Einleitung des ‚Ahlener Programms‘ der CDU, verfasst im Jahre 1947!

  3. Karla Kolumna sagte:

    Hallo und entschuldigung, dass ich erst jetzt schreibe. Ich hatte schonmal angefangen zu tippen, wollte es aber an einem Stück machen. Das Wetter war schön die Tage und ich saß nicht am PC.

    Also bist du anti-materialistisch eingestellt und siehst das als „Links“? Da bist du sicherlich ein verträglicher Mensch, der sich auch mit ganz anderen unterhalten kann. Ein stetiges mehr an produkten ohne Nutzwert will ich auch nicht.

    Im Linken Millieu gibt es aber ziemlich viele Straftaten und viele Bekennerschreiben, wie jetzt zum Beispiel jetzt im Hochwassergebiet, die Sandsack-Zerstöraktion in Thüringen, die nicht aufgeklärt werden kann oder die Zug-Brandsatzaktion in Berlin. Statistiken lügen immer, und die politisch motivierte Gewalt nimmt zu und die polizei kommt nicht hinterher. Sachbeschädigungen / Personenschäden verursachen Kosten für die Gemeinschaft. das gilt es nicht zu tollerieren und nicht zu solidarisieren.

    Das Wachstumsmantra existiert schon seit menschengedenken, immer etwas anders. ich würde sagen, dass der begriff politisch heute verpönt ist. unabhängig davon ist er genau solange notwendig, solange wir ein Sozialsystem der größendimension haben wollen, was glaube ich alle haben wollen. Anders sind die Leistungen (gesundheit,subventionierte energie und lebensmittel) nicht zu finanzieren.außerdem muss man politisch den grad finden, die leute genau so besteuern, dass sie optimal arbeiten und trotzdem nicht abwandern, sondern die Nachfrage z.B. nach Erholung stillen. ich möchte jedenfalls nicht in den usa leben…also muss man es realistisch sehen. Die Cdu hat das damals richtig erfasst. wobei ludwig erhard sicher der Marktwirtschaftlichste und konservativste war, während armack sehr offen für staatliche Förderung und aktive wirtschaftspolitik war, also eher deutsch wo ja auch die reise hinging nach abzug der amis und neuer souveränität. heute hat der staat immer mehr aufgaben zu übernehmen, u.a. die erziehung vieler menschen.das alles kostet geld,was man sich nicht kostenlos aus dem ausland leihen kann.

    weniger wachstum und weniger schulden für alle, dafür mehr eigenverantwortung und eigenverbrauch verspricht die FDP immer. funktioniert aber nicht, um den wohlstand zu erhalten, da im gegenwärtigen system nicht jeder gleich gut trainiert ist. um trotzdem eine auf deutschland und nicht nur auf die Einzelinteressen bezogene politik zu machen, rücken die doch auch nach links.

    Bist du nun Sozialdemokrat/Sozialliberal? Oder was willst du genau?

    • Vorab: Ich verlege mich nicht auf eine politische Positionierung – zum einen kann ich dem aktuellen Parteienspektrum in Deutschland überhaupt nichts abgewinnen (und das gilt auch für AfD, Piraten, NPD, etc. pp.), weil mir da generell nur an Symptomen herumgewurschtelt wird, zum anderen kann aus jeder Strömung Konstruktives kommen, was aber beim Schubladendenken sofort in ideologischen Grabenkämpfen ausartet, bevor man sich dem eigtl. Thema widmet!

      Noch eine Bemerkung zu den von Dir wiederholt geäusserten Bedenken gegenüber Gewalt von Links: Ich werde hellhörig, wenn Straftaten sofort einer politischen Gruppierung zugeordnet werden. Das hat nicht nur mit der NSU zu tun… es ist mittlerweile erwiesen (auch durch seriöse Forschung!), dass konservative Kräfte mit Wissen von Teilen der jeweiligen Regierungen in Europas Ländern in den vergangenen Jahrzehnten absurdeste Dinge im Kampf gegen die ‚linke Gefahr‘ getrieben haben – inklusive Gewaltakten gegenüber der eigenen Bevölkerung! Aktenkundig ist das u. a. durch parlamentarische Untersuchungsausschüsse in Italien, Schweiz und Belgien. In Luxemburg findet derzeit ein höchst interessanter Gerichtsprozess statt, in der es um eine Serie vermeintlich linksextremistischer Sabotageanschläge in den 80er Jahren geht. Deutschland tut sich bei der Aufarbeitung der jüngeren Geschichte allerdings etwas schwerer: in Prozessen oder Untersuchungsausschüssen wird unter ständigem Verweis auf ‚Geheimsache‘ eine Aufklärung verhindert. Wenn Dich mehr (denn das ist ein eigener Themenkomplex) darüber interessiert, schreibe ich gerne einmal einen Artikel darüber (bin aus Faulheit dieser Aufgabe bisher erfolgreich aus dem Weg gegangen) oder gebe Dir Literaturtipps zu den Forschungsergebnissen!

      Das Thema:
      Aus meiner Sicht ist ein Wirtschaftsmodell, das sich auf permanentes ‚Wachstum‘ stützt, zum Scheitern verurteilt. Solange das Perpetuum Mobilé nicht erfunden wird, lügen wir uns dann aber ständig selbst in die Taschen und ignorieren wissentlich, welchen Schaden wir anrichten (an uns selbst, für die Gesellschaft unseres Landes, an anderen Menschen in anderen Weltgegenden und natürlich an der Natur). Einen schlimmeren Zynismus kann es im Grunde gar nicht geben.

      Gibt es eine Alternative? Es gibt tatsächlich eine ernstgemeinte Antwort! Die hat nichts mit einem irgendwie utopischen Sozialismus oder Tauschhandelssystem zu tun, sondern unterstützt weiterhin das Streben des Einzelnen nach Anerkennung und die Belohnung von Leistung. Allerdings solltest Du Dich – bevor Du Dich mit dem Thema näher auseinandersetzt – von all den Dogmen befreien, die uns permanent eingetrichtert werden, und Du solltest auch nicht gleich die Gedankenpolizei bemühen, weil bspw. die ‚Erwerbstätigkeit‘ nicht mehr als notwendiger Lebensinhalt betrachtet wird, sonst ist eine sachliche Annäherung an das Thema nicht möglich.

      Über folgenden, parteiunabhängigen, und durchaus radikalen Lösungsansatz bitte ich erst dann weiterzudiskutieren, wenn Du Dich damit ernsthaft und intensiv auseinandergesetzt hast :-)

      EINFACH NUR DIE PERSPEKTIVE WECHSELN: DAS BANDBREITENMODELL!
      (siehe http://www.bandbreitenmodell.de/vision und weiterführende Links)

  4. Karla Kolumna sagte:

    Hey.

    Ja, ich kann dich gut verstehen. Das mit der polutischen Zuordnung sehe ich ebenfalls ähnlich. Das linke Spektrum ist generell sehr intransparent, mit vielen Abtrennungen gegeneinander. Bestimmte Bewegungen, die sich aber immer an die „Gewalttäter“ orientieren, sind dann aber selbst Schuld, wenn sie sich hier solidarisieren, anstatt in die politische Mitte über die Sozialdemokratie zu gehen. Unabhängig davon ist Populismus nicht gut fürs Land und damit nicht für die Leute, daher finde ich den Lobbyismus nicht schlimm, insofern er realpolitisch Sinn ergibt. Schau dir die gesamten Netzwerke der SPD und Grüne an, die für einen massiven Linksrutsch die letzten 15 Jahre gesorgt haben. Wenn du aber „kein“ Wachstum mehr möchtest, sondern Substanzverzehr, dann bist du wohl eher ein Fundamentalist, ob christlich, grün oder völkisch oder sozialistisch oder kommunistisch. Die meisten die kein Wachstum mehr möchten, halten den Lobbyismus vom Club of Rome für bare Münze. Da kann ich dir auch diverse Ansätze liefern, sich davon loszusagen.

    Das Bandbreitenmodell hat ja voluntaristische Tendenzen. Aber wie soll das aufrecht zu erhalten sein, wenn wir in Deutschland als Ressourcen armes Land, uns nicht selbst ernähren können, sondern auf weltweiten Handel angewiesen sind? Wer soll die Produkte bezahlen, die niemand haben möchte, aber als Dienstleistung trotzdem angeboten werden? Kommt derjenige ins Gefängnis, wenn er das nicht mitträgt oder ist es ein libertäres Projekt, wo nur die mitmachen, die es wollen?

  5. Karla Kolumna sagte:

    PS: Ich sehe Parteien lediglich als Lobbyisten an. Die Grünen wollen eine staatliche Förderung für alternative Energieformen und den Beamtenapperat sichern. Die SPD möchte Kitas und die Gewerkschaftslobby vom öffentlichen- und großindustriellen Dienst stärken. Die CDU will die klassische Familie retten und seriöse Staatsfinanzen. Die FDP will die Akademiker stärken und Fortschritt fördern. NPD will völkische Gleichheit, die Linke individuelle Gleichheit. Ich wähle tendenziell so, um möglichst stark von der Umverteilung zu profitieren, mit der Hoffnung damit nicht meinen Arbeitsplatz zu verlieren, sondern idealerweise sogar zu sichern. Ich profitiere von Bio, ich profitiere von der Umverteilung hin zu Läden in der Innenstadt und ich profitiere hoffentlich von einer langfristigen Entwicklung zu besserer Energie, und ich plane nicht wegzuziehen. Ich hoffe nicht, dass ich entlassen werde oder die Entwicklung aus Deutschland wegverlagert wird und in Länder kommt, wo allgemein die Bevölkerung „harmonischer“ lebt und jünger ist.

  6. […] „Das Bandbreitenmodell hat ja voluntaristische Tendenzen. Aber wie soll das aufrecht zu erhalten sein, wenn wir in Deutschland als Ressourcen armes Land, uns nicht selbst ernähren können, sondern auf weltweiten Handel angewiesen sind? Wer soll die Produkte bezahlen, die niemand haben möchte, aber als Dienstleistung trotzdem angeboten werden? Kommt derjenige ins Gefängnis, wenn er das nicht mitträgt oder ist es ein libertäres Projekt, wo nur die mitmachen, die es wollen?“ […]
    Nein, das Bandbreitenmodell (BBM) hat keine voluntaristischen Tendenzen – staatliche Strukturen, Institutionen und die gesellschaftliche Ordnung bleiben erhalten, Leistung lohnt sich weiterhin. Die einzigen radikalen Änderungen zu heute: die Steuerpolitik wird drastisch vereinfacht und die Sichtweise auf den Arbeitsmarkt wird sich um 180 Grad drehen (ok, Wikipedia wird dann auch Artikel über Begriffe wie ‚Erwerbstätigkeit‘ aktualisieren müssen).

    Aussenhandel wird natürlich weiterhin möglich sein, da das BBM Anpassungen für alle Notwendigkeiten vorsieht (u.a. daher der Begriff ‚Bandbreite‘ – verschiedene Parameter für verschiedene Bereiche). Und wieso sollen Produkte nicht bezahlbar sein, wenn jeder ein ausreichendes Einkommen hat??? Ich bitte (siehe Posting vom 12.6.) darum, sich ausführlich mit der Theorie des BBM vertraut zu machen – andernfalls hat eine Diskussion darüber keinen Sinn.

    Aus aktuellem Anlass werde ich demnächst einen Artikel zum Thema ‚bedingungsloses Grundeinkommen‘ (BGE) veröffentlichen. Vielleicht ist das dann der geeignetere Rahmen, um die Diskussion über das BBM weiterzuführen!

    PS: Nein, ich möchte keinen Substanzverzehr und bin auch kein Fundamentalist. Generell verwehre ich mich dagegen, irgendwie kategorisiert zu werden – das ist für eine Diskussion nicht zielführend.

    PPS: […] „mit der Hoffnung damit nicht meinen Arbeitsplatz zu verlieren, sondern idealerweise sogar zu sichern“ […]
    Unser aktuelles Wirtschaftsmodell kann Deinen Arbeitsplatz nur sichern, indem Du über die Jahre hinnimmst, dass Du für Deine Leistung immer weniger Gegenwert erhältst. Das ist nämlich die Kehrseite von ‚Wachstum‘ und ‚Profitmaximierung‘!

  7. Karla Kolumna sagte:

    Wenn dieses System nicht auf einem voluntaristischen Ansatz aufbaut, dann soll also jeder gezwungen werden? Wenn also auch die staatlichen Institutionen bleiben, wo lohnt sich dann Leistung weiterhin, wenn ich jeden mitfinanzieren MUSS oder ich komme in den Knast? Das steht zumindestens der Grünen Idee eines dezentralen Energiesystems zur Entmachtung staatlicher Konzerne diametral entgegen, außerdem der Stabilisierung des Sozialen Netzes. Dein System würde ähnlich einem BGE relativ rasch crashen, weil dann niemand mehr arbeiten würde. Dann sind 1000 BBM-Taler soviel Wert wie 1000 Pollen. Und du musst sehen, wie du deine Familie und deine Eltern ernährst, weil die Breitenversorgung zusammenbricht.

    Ein sozialdemokratisches Wirtschaftssystem garantiert, dass ich über die Jahre immer weniger Gegenwert erhalte??? Dann würde niemand SPD, Grüne und CDU wählen! In Deutschland wurden seit der Nachkriegszeit fortlaufend die Löhne erhöht. Meiner (Einzelhandel), als auch der meines Freundes (Bau) als auch der meiner näheren Bekannten (Handwerker, anderer Einzelhandel). Mein Reallohn über den ich frei verfügen kann, nimmt dagegen ab, weil er (höher) besteuert wird. Außerdem betrifft das auch die Herstellung meiner Produkte, die ich kaufen muss, worauf dann noch die (erhöhte) Mehrwertsteuer kommt. Stattdessen erhalte ich staatliche Leistungen oder begünstige Lobbys, die das Geld für ihre Zwecke verwenden. Ich profitiere sowohl von der Bezahlung der Rentner, und auch von der Unterstützung der Lobby, die die Produkte bei meinem Arbeitsplatz käuft.

    Ohne Wachstum kann ich keine Rente- und Gesundheitsversorgung für immer mehr Empfänger aufrecht erhalten. Und auch nicht, indem ich das Defizit, was durch Kosten- und Ausgabensteigerungen entsteht, wegkürze oder den Leuten ihr Geld lasse, wie es die FDP will. Denn dann mache ich Schulden oder ich muss eingestehen, dass die versprochenen Leistungen nicht erwirtschaftet werden können und kürzen.

    Ich hab übrigens nur einen „0815-Realschulabschluss“ an der Carl von Weinberg-Schule mit betrieblicher Ausbildung bei der lurgi. Es hilft aber, sich am Wahlkampfstand normal mit Grünen Politikern darüber zu unterhalten und Fragen zu stellen. Solange man nicht herüberkommt, als fände man diese Idee doof, erzählen die einem auch die Wahrheit. Bei Frankfurter SPDlern habe ich mich dagegen gefragt, ob die überhaupt wissen, was sie tun oder sie sind unehrlich.

    • Liebe Karla Kolumna, verzeihe die harschen Worte: Dein Kommentar zum Bandbreitenmodell (BBM) ist ausgemachter Unfug und zeigt, dass Du Dich entgegen meiner zweifachen Bitte nicht ausführlich mit der Thematik auseinandergesetzt hast. Die volkswirtschaftlichen Konsequenzen, die Änderungen für die Sozialsysteme, Aussenhandel, Arbeitsmarkt, etc. pp. sind detailliert auf http://bandbreitenmodell.de/ beschrieben. Deine Reaktion („…weil dann niemand mehr arbeiten würde…“) ist typisch für die vorurteilsbehaftete Schnappatmung, die die Leute befällt, sobald sie den Begriff ‚bedingungsloses Grundeinkommen‘ hören.

      Deine Einwände werden alle im Modell behandelt und erläutert. Wenn Du Dir nicht die Mühe machen willst, Dich damit auseinanderzusetzen, ist das Dein Problem. Eine weitere Diskussion auf dem jetzigen Niveau ist für mich allerdings reine Zeitverschwendung…

  8. Karla Kolumna sagte:

    Ich habe ja erstmal ein paar Dinge klargestellt. Auch habe ich jetzt verstanden, dass du bei Blockupy warst, um für ein BBM einzustehen. Das hat zwar quasi kommunistische Tendenzen, allerdings bist du definitiv keiner der Linksradikalen.

    Das „Verkaufsprospekt“ des BBM ist ja auch in Ordnung lieber Hackentrick. Fraglich ist nur, wie real ist der Wunschtraum umzusetzen? Wenn jeder nun 1000 € BGE hat, und dem liegt eine Goldmünze (Maschine oder anderer realer Wert) zugrunde, statt vorher 500 € und genauso eine Goldmünze (Maschine oder anderer realer Wert), hat sich nicht viel verändert. Der Preis in Goldstücken bleibt gleich, und damit kostet das Brötchen nicht 19 Cent, sondern 38 Cent oder aber gestern und heute ein x-tel Gold. Das ist einfach nur ein Taschenspielertrick. Für diejenigen mit Vermögen allerdings, würde das Vermögen von dem Spieler zum Hütchenspieler überwandern, sollte er in Deutschland überhaupt noch sein Geld einsetzen, weil die Preise höher wären. Soweit ich auch das BGE verstanden habe, könnte man zwar die Bürokratiekosten schmälern, aber alleine schon die Startphase klappt nicht ohne massive Auslandsschulden oder Komplettenteignungen derer, die arbeiten und Vermögen aufbauen, da die Umverteilungsprozedur an den laufenden Kosten gigantisch ist. Im FAQ der Seite (gehört die dir?) befinden sich auch zahlreiche Fehler und falsche Gegenüberstellungen, die selbst mir als Amateur auffallen. Das spricht ehrlich gesagt nicht dafür, da es komplett unwissenschaftlich ist und das Hütchenspiel sogar illegal ist.

    Aber wir leben in einer noch funktionierenden Demokratie, mit vielen aus der Demokratie heraus ungelösten Problemen. Ob man mit diesen Ergebnissen zufrieden ist oder nicht, ist eine andere Frage. Aber grundsätzlich besteht ja für dich die Hoffnung, dass die Piraten damit ja durchkommen und der Taschenspieler gewinnt. ;-)

    Ich düse jetzt erstmal an die Nordsee, um für ein paar Tage Urlaub zu machen.

    • Ehrlich gesagt: Mich stört die überhebliche Arroganz, mit der Du mir von oben herab kopftätschelnd Naivität unterstellst. Nicht ich bin es, der argumentieren muss – eigentlich müssen sich all diejenigen erklären, die weiterhin am zerstörerischen Kapitalismus in der aktuellen Form festhalten und jeden Gedanken über mögliche Alternativen sofort im Keim ersticken. Aber ich vergesse wohl immer wieder: es geht ja um eine Religion, die unfehlbar ist.

      Kurz zu einigen Deiner Anmerkungen:

      1. Nein, ich habe bei den Blockupy-Demonstrationen nicht nur teilgenommen, um für ein BBM einzustehen. Ich war aus Neugier dabei und um – wie viele andere auch – meinen Protest gegen die aktuellen Missstände zu zeigen.

      2. Dass das BBM „…quasi kommunistische Tendenzen…“ hat, ist wieder so ein Versuch einer unterschwelligen Diffamierung. Das BBM ist marktwirtschaftlich ausgerichtet, belohnt weiterhin die Leistung des Einzelnen und ist zugeschnitten für parlamentarische Demokratien. Das BBM würde in einem unterdrückenden politischen System nicht funktionieren.

      3. Nein, die Webseite bandbreitenmodell.de „gehört“ mir nicht. Das BBM wurde von einer Gruppe rund um den Autor Jörg Gastmann entwickelt.

      4. Lustig, dass Du in Deinem Beispiel davon schreibst, dass einer vorhandenen Geldmenge reale Werte (Gold / Industriegüter) gegenüberstehen. Dir ist schon bewusst, dass genau das im aktuellen Finanzsystem nicht der Fall ist und die unglaubliche Menge an Giralgeld weltweit permanent Investitionsmöglichkeiten sucht, die den realen Marktwirtschaften und Gesellschaften schadet (die lange Liste der Beispiele erspare ich mir – seit Jahren ist Tag für Tag darüber in den Zeitungen zu lesen)?

      5. Deiner Argumentation einer Preissteigerung / Inflation würde ich ggfs. folgen, wenn wir über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommen auf der Basis der derzeitigen Politik sprechen (wie es beispielsweise die Piratenpartei fordert). Das BBM ist jedoch mehr: es geht um ein wohldurchdachtes Modell, das eine fundierte Lösung anbietet (und keine „Taschenspielertricks“). Der Gefahr einer Preissteigerung / Inflation wird im BBM u.a. durch die Umsatzsteuerregelung und anderen Parametern begegnet (auch daher die Bezeichnung ‚Bandbreite‘)!
      PS: Schon mal darüber nachgedacht, warum im Euro-Raum die jährliche Inflationsrate durchschnittlich bei nur 2 Prozent liegt, obwohl sich die Giralgeldmenge seit 2008 verdoppelt hat? Die US-Notenbanken pumpen monatlich (!) 85 Mrd. Dollar (!) ins Finanzsystem… von einer ernstzunehmenden Inflation in den USA ist jedoch nichts zu hören. Gibt es – daraus abgeleitet – womöglich Mittel gegen die Inflationsgefahr? Diese Frage beantwortet Dir sicher gerne der anerkannte Ökonom Martin Hellwig (Leiter des Max-Planck-Institutes zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern), der Dir völlig unverdächtig von kommunistischen Umtrieben und illegalen Hütchenspieltheorien die Gründe, warum es nicht automatisch zu Preissteigerungen kommen muss, fundiert erläutert ;-)

      6. […] „Im FAQ der Seite befinden sich auch zahlreiche Fehler und falsche Gegenüberstellungen, die selbst mir als Amateur auffallen. Das spricht ehrlich gesagt nicht dafür, da es komplett unwissenschaftlich ist und das Hütchenspiel sogar illegal ist“ […]
      Ich wäre Dir sehr dankbar (wir sind lernfähig und offen für konstruktive Kritik), wenn Du die „zahlreichen Fehler“ und „falschen Gegenüberstellungen“ sachlich erläuterst. Das hat bis dato nämlich noch kein renommierter Ökonom hinbekommen!

      7. […] „Aber grundsätzlich besteht ja für dich die Hoffnung, dass die Piraten damit ja durchkommen und der Taschenspieler gewinnt“ […]
      Über die Piratenpartei habe ich mich in meinem Blog bereits mehrfach kritisch geäussert. Wie oben bereits aufgeführt: es geht nicht um ein dümmlich gefordertes BGE, sondern um eine gesamtheitliche Reform des Wirtschafts- und Steuersystems. Ich habe Dich in den vergangenen Postings mehrfach darum gebeten, Kategorisierungen, Vorurteile und Schubladendenken zu unterlassen. Auf dieser Basis werde ich hier nicht weiterdiskutieren!

      Schlussanmerkung:
      Wir betrachten das Bandbreitenmodell als ernsthafte Lösung und sind daher sehr interessiert, ob dieser theoretische Ansatz Fehler enthält, die bisher übersehen wurden. Daher mein Vorschlag: Diskutiere mit uns Deine Kritik am BBM in unserer Facebook-Gruppe oder nenne mir Deine Heimatregion, so dass ich Dir einen persönlichen Kontakt anbieten kann!

    • trolljaeger sagte:

      Es ist doch immer wieder interessant, wie sich Forentrolle vor den Augen der Öffentlichkeit bis auf die Knochen blamieren, indem sie offenbaren, daß sie nicht die geringste Ahnung von dem haben, was sie so nihilistisch-verbissen niedermachen. Jede falsche Behauptung wird zur Blamage, so auch in diesem Fall.

      Beispiel: Aussage „das BBM hat kommunistische Tendenzen“

      Einfach mal http://www.bandbreitenmodell.de/sitemap überfliegen und nach den alphabetisch sortierten Themen suchen. Und siehe da:: Unter http://www.bandbreitenmodell.de/kommunismus ist ausführlich begründet, warum das BBM überhaupt nichts mit Kommunismus zu tun hat, und warum die BBM-Leute überhaupt nichts vom Kommunismus halten.

      Nächstes Beispiel: Angebliche Inflation.
      Und wieder hilft http://www.bandbreitenmodell.de/sitemap mit dem Verweis auf http://www.bandbreitenmodell.de/inflation und http://www.bandbreitenmodell.de/ibu.

      Nächstes Beispiel: Angebliche Preissteigerungen.
      Wozu sind FAQ da? Womöglich findet man dort Antworten auf die meistgestellten Fragen? Und siehe da: http://www.bandbreitenmodell.de/faq Antwort 15 beantwortet die Frage, warum die Preise bei Billigprodukten steigen, bei teuren Produkten sinken und durch die steigenden Einkommen die reale Kaufkraft drastisch steigt.

      Beispiel „Voluntarismus“
      Wie http://de.wikipedia.org/wiki/Voluntarismus zeigt, ist das ein schwammiger Begriff ohne Bezug zum BBM

      Beispiel „massive Auslandsverschuldung“
      http://www.bandbreitenmodell.de/umsatzprovisionen beweist, daß es im BBM keine Staatsschulden mehr gibt, weder im Inland noch im Ausland

      Beispiel: „Komplettenteignungen“
      Es gibt keine Enteignungen im BBM.

      Beispiel „zahlreiche Fehler udn falsche Gegenüberstellungen in den FAQ“
      Selbstverständlich nennen Sie kein Beispiel für diese gewagte These. Seit Veröffentlichung des BBM 2006 hat noch niemand einen einzigen Fehler im BBM entdeckt. Und das haben viele versucht, die sich als ignorante Nicht-Leser, menschenverachtende Marktradikale oder Streithammel mit Zeitüberschuss entpuppten.

      Ich empfehle, daß Sie sich hier nicht noch weiter blamieren und wonaders ihr Gift versprühen.

  9. trolljaeger sagte:

    Die Welt hat riesige Probleme, siehe http://www.bandbreitenmodell.de/handlungsdruck.
    Das BBM kann sie (mitsamt dem BWL-VWL-Paradoxon) mit http://www.bandbreitenmodell.de/vision lösen.

    Begründete Kritik am BBM gibt es bisher nicht – seit 7 Jahren! Zur unbegründeten bzw. ideologischen Kritik fällt mnir ein Zitat aus „Batman – The Dark Knight“ ein, als Alfred über den Joker sagte:
    „Es gibt Menschen, die an logischen Dingen nicht interessiert sind. Zum Beispiel Geld. Man kann sie nicht … zur Vernunft bringen, …. Einige Menschen wollen die Welt einfach nur brennen sehen.“

  10. Karla Kolumna sagte:

    @Hackentrick:
    Bei 4. liegst du falsch. Alles ist über die Währungsreserven und Kreditsicherungen gedeckt. Sonst würde das System ja aus dem Ruder laufen. Was für Nachrichten liest du denn?

    5. Die Tarifstruktur darf nach den Grünen nicht fallen. Piratengeld ist nicht so hoch wie das der BBM. Jedenfalls erhöht das Grundeinkommen natürlich die Geldbasis, denn die x.000 Euro kommen ja irgendwoher, insofern man sie niemand direkt wegnimmt. Also frisch gedruckt?

    6. Taschenspielertricks: Erster, Produkte werden teuerer, je mehr Personal einfach eingestellt ist. Wer bezahlt das? Wenn der Export ausfällt, gibt es nur Kartoffeln zum essen oder Importe werden mit Auslandsschulden bezahlt. Abschottung ist gegen Euro-Kommunismus. Wie wäre es für dich mit der AfD? Zweiter, 2500 BBM-Euro netto Rente entsprechen nicht 2500 Euro Kaufkraft heute. Das würde das heutige System zusammenbrechen lassen, außerdem sind die Tarifpartner entmachtet. Dritter, feste Löhne und keinen Zwang zu arbeiten. Wer bezahlt? Viertens, man sieht die Demographie als Problem und erzählt gleichzeitig der Markt würde wachsen, wenn man Geld umverteilt? Woher kommen die neuen Menschen oder die Arbeitskraft?! Es ist also sehr nah an dem revolutionären Sozialismus.

    @trolljaeger : Für das BBM hat sich bislang noch niemand interessiert. Die Antworten, die es gibt, sind sehr unzureichend. Da hilft es auch nicht, ihren Minderwertigkeitskomplex mit Angriffen zu entgegnen.

    Kommunismus: Offizielle Definitionen finde ich besser, so wie Gütergemeinschaft und klassenlose Gesellschaft. Genau das trifft hier zu. Auch wenn vielleicht einem nicht direkt alles weggenommen wird, sondern 90%.

    Staatsschulden: Es gibt immer Schulden, wenn es auch Geld gibt. Der Saldo ist 0. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld. Kein Geld = Tauschsystem = Kommunismus. Was nun?

    Ihr Zitat trifft auf Sie zu. Ihr kommt wohl nicht mit der Sozialdemokratie klar, sondern wollt einen revolutionären Kommunismus alias Bandbreitenmodell. Das führt in den freiwilligen Sofortuntergang. Ich habe es nun nochmal versucht zu erklären. So stabilisiert man keinesfalls die Demographie. Und stößt jegliche Chancen, den Sozialismus weiter zu verankern, hinfort.

    • […] „Bei 4. liegst du falsch. Alles ist über die Währungsreserven und Kreditsicherungen gedeckt. Sonst würde das System ja aus dem Ruder laufen. Was für Nachrichten liest du denn?“ […]
      Machst Du Dich über mich lustig oder bist Du eine bezahlte Propaganda-Kommentatorin? Währungsreserven und Kreditsicherungen beim Giralgeld? Du meinst die faulen Papiere, die in den Bilanzen der Banken stehen? Die Einschätzung vermeintlicher Scheinwerte, die eine Blase wie 2008 zum Platzen gebracht haben? Und sorry, der Mindestreserveanteil einer Bank beim Schaffen neuen Geldes (Kreditvergabe) beträgt aktuell nur 1 Prozent (!). Das soll die Sicherung, resp. der realwirtschaftliche Gegenwert sein? Sogar der Doktorvater unseres verehrten Josef Ackermann – der Schweizer Ökonom Hans Christoph Binswanger – fordert eine monetäre Modernisierung und den Schritt zum ‚Vollgeld‘, weil ihm das derzeitige Geldschöpfungssystem Kopfzerbrechen bereitet – ist das auch ein Utopist, linker Spinner oder Volltrottel?

      Entweder hast Du keine Ahnung, wie unser Geldsystem / die Geldschöpfung funktioniert oder Du bist unbelehrbar einem Dogma verfallen und hältst daran auf Teufel komm raus fest.

      Zu den Medien – wenn Du meinst, dass ich mein Wissen aus irgendwelchen obskuren Webseiten speise, muss ich Dich enttäuschen: Wirtschaftsmeldungen und -diskurse verfolge ich immer noch hptsl. in Printmedien wie ZEIT, FAZ, Wirtschaftswoche oder SZ. Da wird – man staune – ab und an durchaus kritisch unser Wirtschafts- und Geldsystem kommentiert.

      Zur von Dir erwähnten AfD nur ein Satz: ein für mich nicht wählbares Häuflein neoliberaler Besitzstandswahrer.

      Ich habe von Anfang an darauf hingewiesen, dass ich kein Schwarz-Weiss-Denken unterstütze – Schlagworte à la ‚Kommunismus‘ sollen diskreditieren, sind lächerlich und wenig weiterführend. Über das unbeirrte Festhalten an einem kaputten System, trotz Kritik von vielen Seiten, kann ich nur noch den Kopf schütteln. Diese Diskussion kostet unnötige Zeit und die werde ich nicht weiter Leuten widmen, die Teil des Problems sind.

      Als Schlusswort zitiere ich John Maynard Keynes: „Die Schwierigkeiten liegen nicht in den neuen Gedanken, sondern darin, den alten zu entkommen.“

  11. trolljaeger sagte:

    @Karla Kolumna:

    Für das BBM interessieren sich viel Leute hinter den Kulissen, allerdings wird es (wie so viele andere Dinge) von den Massenmedien boykottiert. Warum das so ist, zeigt SPIEGEL-Aussteuger Harald Schumann unter http://www.youtube.com/watch?v=lJs1s_omLZQ.

    Warum im BBM die Preise nicht steigen und stattdessen die Kaufkraft steigt, ist unter FAQ Antwort 15 (http://www.bandbreitenmodell.de/faq) nachzulesen. Daß das BBM maximal 35% (eher 25%) Lohnkostenanteil an der Gesamkalkulation von Preisen bedeutet, und daß das überhaupt kein Problem ist, zeigt http://www.bandbreitenmodell.de/downloads/Bandbreitenmodell_aus_Unternehmersicht.pdf auf Seite 6.

    Kommunismusvorwurf: Schon lustig. Von Kommunisten wird dem BBM (zu Recht) vorgeworfen, daß es kein Kommunismus ist. Von Kommunismusgegnern wird dem BBM das Gegenteil vorgeworfen. Warum das Bandbreitenmodell nichts mit Kommumismus zu tun hat, weist http://www.bandbreitenmodell.de/kommunismus nach. Warum das BBM das beste System für Unternehmer ist, zeigt http://www.bandbreitenmodell.de/unternehmer.

    Der Mythos „Alles Geld = Schuld“ ist durch http://www.bandbreitenmodell.de/mythos-schuldgeld widerlegt.

    Das BBM kommt mit der Sozialdemokratie nicht klar? Auch lustig. Das BBM ist pure Sozialdemokratie, basierend auf echter sozialer Marktwirtschaft, die diesen Namen auch verdient.

    Generell empfehle ich allen Trollen: Erst lesen, dann Meinung bilden – sonst wird es einfach nur peinlich für die Trolle.

  12. Karla Kolumna sagte:

    Ich glaube, es führt zu nichts, wenn sie sich wiederholen sowie Links an die Backe werfen und mir vorwerfen ein Troll zu sein.

    Wenn 90% des Geldes wegkommen, sind das noch mehr als heutige 67% und hier ist schon die Politik gefragt, auf die Situation zu reagieren und im Sinne der Grünen andere Leute noch höher zu besteuern, um das Geld den anderen zuzuschieben. Das kann funktionieren, kann aber auch in die Hose gehen. In der Sowjetunion waren es 91%. Das zum Thema Kommunismus.

    Deine Schuldgeldbetrachtung (ist das deine Seite?) widerspricht meiner Auffassung doch gar nicht. Wenn Geld weg wäre, haben wir ein Tauschsystem. Vermögen sind kein Geld, sondern Tauschgegenstände. Oder käufst du bei mir mit „2 Haus“ ein?

    Also die jetzige Soziale Marktwirtschaft ist besser und etwas näher an den Menschen und der Realität.

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