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12.12.2012 – ein Datum, wie geschaffen für feierliche Einweihungen, Geburten oder den hochzeitlichen Gang auf’s Standesamt. Ein Datum, an das man gerne zurück denkt.

Vielen von uns wird der 12. Dezember jedoch als trauriger Tag in Erinnerung bleiben: am gestrigen Mittwoch vollführten DFB, DFL und die Vereine des deutschen Profifussballs in einem Frankfurter Kongresssaal einvernehmlich und wissentlich den Anfang vom Ende der bisherigen, einzigartigen Fankultur in unseren Fussballstadien.

Zugegeben: die Zäsur findet bereits seit geraumer Zeit statt – schleichend und von den meisten unbemerkt. Doch mit der gestrigen Beschlussfassung über das Konzept Sicheres Stadionerlebnis wird jetzt offiziell und verbindlich ein Handlungsspielraum eröffnet, der – wenn’s blöd läuft – am Ende nur Verlierer haben kann.

(Quelle: Rainer Sturm / pixelio.de)

(Quelle: Rainer Sturm / pixelio.de)

Zum Verständnis – der Begriff „Fankultur“ beschreibt eine sehr komplexe Angelegenheit und Fussballfans sind keine homogene Masse (allein schon das zeigt, dass einige der Massnahmen des Sicherheitskonzeptes völlig an den Realitäten vorbeigedacht sind). Es gibt viele, die auf die günstigen Stehplatzangebote angewiesen sind, es gibt viele, die in der Gruppe ihre Mannschaft lautstark unterstützen wollen, es gibt viele, die die Mühen der Auswärtsfahrten auf sich nehmen und es gibt viele, die mit Kreativität den gegnerischen Anhängern zeigen wollen, wer der „Herr im Hause“ ist. Und es gibt natürlich auch diejenigen, die gegen den Ausverkauf des Fussballs oder das Establishment rebellieren wollen und / oder durch pubertäre Hormonausschüttungen oder Alkoholkonsum Grenzen überschreiten – wie eigentlich überall, wo sich Menschenmassen einfinden.

All diese Leute – übrigens männlich wie weiblich, jung wie alt – sind Zielsubjekte des Strategiepapiers, das jetzt abgesegnet wurde. Wir alle, die wir dazugehören, müssen uns fragen, warum wir augenscheinlich als Gefahr in den Stadien betrachtet werden…

Die Diskussion über die Fragwürdigkeit des Sicherheitskonzepts muss man auf zwei Ebenen führen: Die eine Ebene ist das politische Momentum, über das ich bereits in anderen Blogartikeln zum Thema (Sammlung aller Artikel) nachgedacht habe. Die Motivation der Politiker und der vorauseilende Gehorsam der Medien, die Fussballstadien zu Orten von Gewaltexzessen aufzubauschen, wird an vielen Stellen im iNet fein durchleuchtet. Stellvertretend dafür das Interview mit dem Polizeiwissenschaftler Thomas Feltes auf tagesschau.de („…einige Innenminister versuchen, sich auf dem Rücken von Polizeibeamten und Fans zu profilieren…“) oder die Aussage unseres kenntnislosen, dafür jedoch umso populistischer auftretenden Boris Rhein (Innenminister des Landes Hessen): „Die Gewalt, die um den Fussball herum und in den Stadien stattfindet, muss uns ernste Sorgen machen“ (Hessenschau, 12. Dezember 2012)!

Die zweite Ebene zur Debatte bilden die Punkte des DFL-Papiers (hier die überarbeitete, offizielle Version für den 12.12. und die sechzehn Änderungsanträge als .pdf-File). Zwar wurden im Vergleich zur ursprünglichen Version, die für den deutschlandweiten Aufruhr sorgte, einige Änderungen vorgenommen und die Berücksichtigung der Fanbelange wird deutlicher betont, doch sind strittige Punkte (u. a. Vollkontrollen, Sippenhaft, Kartenkontingentbegrenzungen) weiterhin vorhanden, wenn auch ’softer‘ formuliert. Experten kritisieren weiterhin die teilweise unwürdigen und rechtlich bedenklichen Vorschläge.

Das Papier zeigt in der Gesamtheit zwei Problemfelder, die m. E. langfristige Folgen haben werden:

1. Die Definition von ‚Spielen mit erhöhtem Risiko‘ und die daraus abzuleitenden Vorkehrungen werden den jeweiligen Heimvereinen überlassen (siehe §32 des Strategiepapiers). Den Spielraum für entsprechende Massnahmen hat beispielsweise schon der FC Bayern München für sein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt genutzt – obwohl es keine Belege für etwaige Gefahren gab (siehe Blogartikel „Die McDonalds-Bundesliga“)! Wann verstösst ein Spruchband gegen die Regularien? Wann und warum werden pauschal Fans von Besuchen der Auswärtsspiele ausgeschlossen? Das Sicherheitskonzept hat Schwachstellen, die Auslegungssache sind und willkürlichen Handlungen Raum bieten.

2. Wenn es jemand tatsächlich darauf anlegt, wird keine der Massnahmen des Papiers Verstösse verhindern können (z. B. auch ausserhalb der Stadien). Durch den vorschnellen Katalog hat man sich jedoch gegenüber den (absurden) Forderungen der Politik um weitere Gesprächsmöglichkeiten gebracht – der Fussball wurde dadurch schon jetzt leichtsinnigerweise ausgeliefert und wird bei Bedarf wiederum als Spielball von anderweitigen Interessen dienen.

Wie die Fanszenen auf die gestrige Enttäuschung reagieren werden, bleibt Spekulation. Die Aktion „12:12 – ohne Stimme keine Stimmung“ und die Petition „Ich fühl‘ mich sicher“ (mit bereits über 73.000 Unterschriften!) sorgen für deutschlandweite Aufmerksamkeit, konnten aber die voreilige Abstimmung über das Sicherheitskonzept nicht verhindern. Die Hardliner in der Politik lauern derweil auf frustbedingte Ausbrüche, um die richtig dicke Keule auszufahren! Kommt es aus verschiedensten Gründen zur Eskalation, steuern wir kurzerhand gen Italien (Kurzform: Verbote, Repressalien => leere Ränge), anstatt schrittchenweise die gerne zitierten ‚englischen Verhältnisse‘ zu bekommen.

Eines sollte jedoch jedem Fussballfan und Otto Normalverbaucher langsam klar werden: es geht nicht allein um die überzogende Gewaltdebatte, sondern um gesellschaftspolitische Aspekte! 

[Weiterführende Links zum Thema: abschliessende Stellungnahme zur Beschlussfassung am 12.12. durch den Vorstand der Eintracht Frankfurt Fussball AG | Fanaktionsseite 12doppelpunkt12.de mit Online-Petition | div. Artikel auf stadionwelt.de]

Tage hat es gebraucht, um einigermassen sachlich über das Thema schreiben zu können. Die Herren vom DFB, der bayrischen Polizei und des FC Bayern München haben es schon fein hinbekommen: eine Demonstration der Macht und Geringschätzung gegenüber den Fussballfans. Ein Fingerzeig, wie man in den Entscheidungsgremien über Dinge wie Rechtsstaatlichkeit oder Diskussionsprozesse denkt. Und Teile unserer Medienlandschaft geben derweil den Hofberichterstatter – ob aus Kalkül oder aus Dummheit…

Vergangene Woche wurde durch den DFB die Partie der Eintracht Frankfurt in der Münchner Allianz-Arena zum Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko eingestuft, obwohl es in all den vergangenen Jahren in München nie zu bedenklichen Vorfällen durch Frankfurter Fans gekommen ist und auch letzten Samstag nichts darauf hindeutete.

Zu den Massnahmen, um das Bayernstadion vor dem herbeigeschworenen Angriff durch die Horden vom Main zu schützen, zählten u. a. neben dem Einsatz des besonders martialisch auftretenden Unterstützungskommando (USK) der bayrischen Polizei auch Vollkörperkontrollen der Zuschauer in eigens dafür aufgestellten Zelten am Gästeeingang. Diese willkürlichen Durchsuchungen – die auch umstrittener Inhalt des Strategiepapiers Sicheres Stadionerlebnis sind – werden von verschiedenen Expertenseiten als rechtswidrig betrachtet. Dass diese Kontrollmassnahme ausgerechnet gegen die Frankfurter Anhänger angewandt wird, deren Verein explizit Kritik am DFL-Strategiepapier erhoben hat… nun ja, wen wundert’s?

Nach dem Spiel hatte es der FC Bayern eilig, die frohe Botschaft auf der eigenen Homepage zu verkünden (s. Abb.). Alles richtig gemacht, Bürgerkrieg verhindert! Zitat von der Vereins-Webseite: „DFB und Polizei befinden FCB-Massnahmen für gut“.

Homepage FC Bayern München (Ausschnitt)

Als PR-Fachmann kann man aus beruflicher Sicht die Kommunikationsstrategie des FC Bayern nachvollziehen, auch wenn die Haltung der Münchner äusserst bedenklich ist (siehe Artikel Erniedrigung vor dem Münchner Stadion, neues-deutschland.de vom 13. November 2012). Was jedoch anschliessend u. a. die BILD-Zeitung, die Nachrichtendienste dpa und sid oder die Süddeutsche Zeitung aus der Sache machten, ist mehr als ein Ärgernis.

Zitat BILD-Zeitung vom 11. November 2012:

[…] „Bayern-Sprecher Markus Hörwick verteidigt die Massnahme: ’30 bis 40 Anhänger wurden strenger kontrolliert, mussten maximal ihre Jacken ausziehen‘. Dabei wurden laut Polizei 22 Messer und ein Pfefferspray gefunden“ […]

Dazu kommentiert der BILD-Blog kritisch: „22 Messer wären eine ganze Menge, wenn sie bei der näheren Kontrolle von 30 bis 40 Anhängern gefunden worden wären, wie man es aus dem BILD-Bericht herauslesen könnte. Stattdessen fand die Polizei die aufgezählten Gegenstände bei ihren Kontrollen im gesamten Stadionbereich, wie Sprecher von Polizei und FC Bayern heute […] bestätigten“. Der vollständige Artikel auf bildblog.de: Messerwisser. Über die Funde wurde bis dato übrigens nichts Genaueres mitgeteilt. Bei 70.000 Zuschauern kann es durchaus passieren, dass der eine oder andere Besucher vergisst, vor dem Stadionbesuch sein kleines Schweizer Taschenmesser vom Schlüsselbund zu lösen. Und in wievielen Damenhandtaschen wohl Pfefferspray zu finden ist? 

Doch zu spät – die Artikel waren online oder bereits gedruckt und die Allgemeinheit wetzte die Messer. Die Online-Kommentare gossen eimerweise Gift und Galle über die ‚kriminellen‘ Eintrachtfans und die – für alle Stadiongänger – bedenklichen Kontrollmassnahmen wurden gelobt und für richtig befunden. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell der deutsche Michel im Fahrwasser der BILD-Zeitung dazu bereit ist, Errungenschaften der Aufklärung und Rechtsstaatlichkeit über Bord zu schmeissen…

Das traurige Zwischenfazit: Während viele Vereine und Fanvertretungen, sowie Experten der Polizei und Rechts- und Sozialwissenschaften den Dialog empfehlen und gemeinsame Ergebnisse erarbeiten wollen, hauen unterdessen die Hardliner ohne Rücksicht auf Argumente provozierend dazwischen. Das Dilemma ist, dass auf den gegensätzlichen Seiten gänzlich unterschiedliche Wahrnehmungen bestehen. Warum ist das so?

Ein Gedankengang

(Sonore Stimme aus dem Off) „Seit einer Weile schon rührte Jendrizcek in seinem Espresso Frappuccino Light blended beverage, während seine Augen konzentriert den Zeilen auf dem iPad folgten. Ab und an hob er den Blick und schaute sich lächelnd im Café um: Schauspieler und Tänzerinnen, Schriftsteller und Dichter sassen alleine, zu zweit oder in Gruppen an den Tischchen, lasen rauchend die Displaydarstellungen ihrer Tablets, unterhielten sich oder suchten die Aufmerksamkeit der Bedienung, um eine neue Bestellung aufzugeben. Immer wieder öffnete sich die Eingangstür und präsentierte weitere bekannte oder unbekannte Gesichter aus dem Universum der Wiener Künstler- und Intellektuellenszene. Gab es Eindrücklicheres im Leben, als sich den ganzen Tag im gut besuchten Starbucks am Karlsplatz in dieser vielversprechenden Atmosphäre der Bohème versinken zu lassen? Plötzlich zuckte Jendrizcek erschrocken zusammen: Sein iPhone meldete surrend den Eingang neuer Nachrichten…“

Klingt etwas seltsam und unpassend, oder?

Vor siebzehn Jahren beschrieb der US-amerikanische Professor George Ritzer seine soziologischen Beobachtungen mit dem Begriff der „McDonaldisierung der Gesellschaft“ [1]. Anhand des Geschäftsmodells der expandierenden Fast-Food-Kette erklärte er die tiefgreifenden Veränderungen, die unsere Industrienationen durch Optimierung, Standardisierung und Effizienz erfahren (siehe auch „Der Informationscrash“ von Max Otte [2]) . Kunden sind nicht mehr König, sondern zahlende Abnehmer. Alles, was den laufenden Geschäftsbetrieb stören könnte, wird entfernt oder den gewünschten Prozessen angepasst (auch die Kunden).

Das Beispiel des Hamburgerbräters hat mittlerweile sämtliche Bereiche unseres Lebens durchzogen – als Konsequenz müssen wir nun beispielsweise Service-Hotlines, Discountmärkte, Polit-Talkshows, schlechte Stadioncaterer, Pay-Clever-Karten oder infantiles Social-Media-Gesäusel durch Unternehmen ertragen („Wir berichten: Markus Lanz übernimmt Wetten, dass…? Was meinen Sie dazu?“). Wir sortieren heute ohne Murren als Kunde im Getränkegrosshandel selbst die leere Pfandware zurück und freuen uns wie Kinder über den Gratis-Flaschenöffner beim Kauf der überteuerten Bierkiste. Fachwissen wird kaum mehr benötigt, dafür steigt jedoch die Zahl der Jobs mit geringfügigem Einkommen. Die zahlreichen BWL-Studenten, die seit den Achtzigern Jahr für Jahr unsere Wirtschaft überfluten, sorgen in Werbe- und PR-Agenturen, in den Marketing- und Vertriebsabteilungen der Unternehmen für den Fortbestand dieses Gesellschaftswandels. Und weil das eigentlich alles zum Heulen ist, wird jedes noch so geringe Ereignis zum Event erklärt, auf dass wir uns daran erfreuen (siehe auch „Von Priestern und Stehgeigern“ in diesem Blog)!

Bundesligafussball… das war bisher für mich wie ein Wasserhäuschen (für Nichthessen: Kiosk, Trinkhalle), wo Alt und Jung hinkamen, um Zigaretten oder Colafläschchen zu kaufen, die Trinker Stehbier zechen konnten und der Angestellte auf dem Weg zum Büro kurz Halt machte, um seine Zeitung zu holen. Bunt gemischt und lebensnah. Doch jetzt kommt der genormte Verkaufswürfel mit Rundumverglasung, Allwetterdach und integrierter Bockwursterhitzungsanlage. Die Stehtrinker werden von der Polizei verscheucht und Kinder, die für eine Fünfzig-Cent-Bestellung zehn Minuten brauchen („… hm… und was kosten die Brausestäbchen?“), stören den regen Geschäftsverkehr. Willkommen in der McDonalds-Bundesliga!

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[Empfehlenswerte Links zum Thema: „Wir können, wenn wir wollen“ auf publikative.org | „Kontrollen waren Eigentor“ auf derwesten.de] 

[1] George Ritzer: „The McDonaldization of Society“. Thousand Oaks 1995, S. 1 f.

[2] Max Otte: „Der Informationscrash“. Econ 2009, S. 221 ff.

Dass da noch etwas kommt, war klar, aber mit einer solch heftigen Strafmassnahme seitens des DFB habe ich nicht gerechnet: Nach etwas längerer ‚Bedenkzeit‘ beantragt der DFB-Kontrollausschuss für die Vorkommnisse im Rahmen der Auswärtsspiele der Eintracht Frankfurt bei Allemania Aachen und Karlsruher SC, sowie für den Platzsturm im Heimspiel gegen 1860 München einen Teilausschluss der Fans für das erste Heimspiel in der kommenden Bundesligasaison 2012/13.

Statt 50.000 Zuschauer in einem vollbesetzten Waldstadion (hin und wieder medial auch als Commerzbank-Arena bezeichnet) – der sommerliche Saisonauftakt ‚zuhause‘ würde sicherlich gegen jeden Gegner die Massen anziehen – sollen laut DFB nur 20.000 Fans dem ersten Spiel beiwohnen dürfen (aufgeteilt in 15.000 Heim- und 5.000 Gästefans). Eintracht Frankfurt drohen damit ca. EUR 500.000 Einnahmeverlust und – emotional noch schlimmer – willkürlich bestrafte 30.000 Fans sollen daran gehindert werden, das Spiel zu sehen.

Damit jedoch nicht genug: 1. FC Köln, Dynamo Dresden und Hertha BSC winken ebenfalls Spiele mit stark beschränkten Zuschauerzahlen, Fortuna Düsseldorf und Karlsruher SC wurden jeweils zu einem Spiel vor komplett leeren Zuschauerrängen verdonnert. Will der DFB ein Exempel statuieren?

Während Berlins Sportgeschäftsführer Michael Preetz bereits Einspruch erhebt, erbittet sich Frankfurts Vorstandsetage gegenüber den Medien noch Zeit für eine Reaktion – erst kommende Woche wolle man sich konkreter zur verhängten Strafe äussern. Und das ist richtig.

Über die Problematik mit Pyrotechnik im Stadion und die Minderzahl Idioten, die es immer wieder schaffen, eine komplette Fanszene in Misskredit zu bringen, habe ich mich bereits mehrfach geäussert (entsprechende Artikel meines Blogs). Und da immer wieder von ‚bürgerkriegsähnlichen Situationen‘ in den Stadien berichtet wird, eine relativierende Zahl dazu: Am ‚berüchtigten‘ Platzsturm der Eintrachtfans beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln (Saison 2011/12) waren 0,5% der Stadion-besucher beteiligt (das Spiel war mit ca. 50.000 Zuschauern ausverkauft)! Die relevanten Folgen: Eine beschädigte High-Tech-Kamera, einige vom Pfefferspray-Einsatz der Polizei verletzte ‚Platzstürmer‘ und der daraufhin erfolgte pauschale Teilausschluss der Fans und Einnahmeverluste beim ersten Zweitligaheimspiel gegen den FC St. Pauli…

Warum werden durch den DFB die Vereine und ’normalen‘ Fans dermassen bestraft? Ahnungs-losigkeit? Hilflosigkeit? Nur mal am Rande: Das Abbrennen eines Bengalos im Stadion lässt sich ebenso wenig vermeiden wie die Schlägerei beim Dorffest. Da nützen alle Vorkehrungen und Gesetz-gebungen nichts. Ist einfach so (um es nochmals klarzustellen: Ich distanziere mich von Gewalt und andere Menschen gefährdende Handlungen) – wer es nicht glaubt, begleite mich demnächst zu einer privaten Stadionführung!

Der Vorstand der Eintracht wäre gut beraten, sich mit den anderen betroffenen Vereinen zusammen-zuschliessen und sich gegen die Beschlüsse des DFB-Kontrollauschuss zu wehren. Und die DFL (u.a. Interessenverbund der deutschen Profi-Vereine) sollte sich endlich gegenüber dem DFB positionieren: Die ‚Rechtsprechung‘ des Deutschen Fussballbundes (die vor einem ordentlichen Gericht an- scheinend keine Chance hätte) ist ein Rundumschlag alter Männer, die vor der Realität die Augen verschliessen.

Interessant könnte es werden, wenn Initiativen wie der ‚Nordwestkurvenrat‚ geschlossen mit allen Mitgliedern vor ein ordentliches Gericht ziehen und gegen den pauschalen Ausschluss klagen würden – dem DFB dürfte eine Niederlage drohen! Aber das ist – angesichts der aktuelllen Grabenkämpfe in der Fanszene – eher Utopie als Realität. Schade, eigentlich…

[Weiterführende Links: Überraschende Härte (fr-online.de), Wieder vor leeren Rängen (fnp.de) vom 14. Juni 2012]