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…und ein, zwei Andere vielleicht (Ausstellung des Fotokünstlers To Kuehne)

Der Titel des Bilderzyklus verführt. Bei oberflächlicher Betrachtung wird man zwangsläufig an ausgeprägten Narzissmus und einen selbstdarstellerischen Egomanen denken, der sich auf seinen Werken stets im Mittelpunkt präsentiert. Doch ein genauerer Blick lohnt!

Der Buddhismus lehrt, dass ein achtsamer und respektvoller Umgang mit Anderen bedingt, dass der Mensch zuerst mit sich selbst im Reinen ist. Sich selbst lieben können und eigene Makel und Schwächen akzeptieren, um vorurteilsfrei und liebend dem Mitmenschen zu begegnen, drückt sich insbesondere im tantrischen Geist aus. To Kuehne, bekennender Buddhist, präsentiert mit seinen Arbeiten genau diese Haltung. Immer mit einem Schuss Selbstironie, oft mit einem Augenzwinkern und der Kritik am allgemeinen Schönheitswahn.

Die an Gemälde erinnernden Bilder des langjährigen Zyklus „Die Kunst sich selbst zu lieben… und ein, zwei Andere vielleicht“ spielen häufig mit bekannten Zitaten und zeigen im Detail liebevoll gestaltete Requisiten und aufwendige Bearbeitung. Das Betrachten wird zum Suchspiel und macht dadurch doppelt Spass!

Werke von To Kuehne und Fotos der sehr unterhaltsamen Vernissage (zum Öffnen der Galerie einfach eines der Bilder anklicken):

Die Ausstellung ist noch bis 29. März 2013 in den Räumen von Oliver Lorscheid Veranstaltungen in Oberursel nach Vereinbarung zu besichtigen. Kontakt über lorscheid.com. Weitere Links: to-kuehne.de und facebook.com/tokuehnefotografie.

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Von: f_a_h_q2505@yahoo.com
An: hackentrick
Betreff: Ich suche sein Schicksal!
Datum: Wed, 30. Nov 2011 00:23:03
Hallo. Ich weiss nicht, wie ich anfangen soll .. Deine E-Mail-Adresse hat mir meine gute Freundin gegeben.
Sie traf dich in die Dating-Website, aber sie entschied, dass du und ich fur einander besser geeignet sind.
Was denkst du, wie sollen wir versuchen? Ich sende mein Foto, sage mir bitte, ob ich dir gefiel.
Ich warte auf deine Antwort.LIsa

Meine Verehrerin (Lisa, Alter und Herkunft unbekannt)

Abgesehen davon, dass ich keine Dating-Webseiten besuche – diese eMail hat mir heute Morgen ein Schmunzel entlockt. Werde natürlich alles daran setzen, die schöne Holde kennenzulernen, da ich mir über ihre ernsten Absichten durchaus gewiss bin. Meine Antwort an sie:
„Liebe LIsa,
Deine eMail hat mich sehr gefreut! Herzlichen Dank für das Foto – Du gefällst mir ausserordentlich, zumal ich leichtbekleidete, sich am Boden auf Kissen räkelnde Frauen sehr verführerisch finde.
Den Anfang hast Du doch schon gut hinbekommen. Ich kenne zwar Deine Freundin nicht, aber sie hat sicher recht, wenn sie meint, dass wir beide besser füreinander geeignet sind. Also – lass es (was eigentlich?) uns versuchen! Ich werde auch sofort meiner Ehefrau den Laufpass geben!
Eine Frage stellt sich mir allerdings: Wessen Schicksal suchst Du? Vielleicht kann ich Dir ja dabei helfen?
Herzliche Grüße nach Osteuropa
und an die Datenbankbetreiber
Hackentrick
PS – Was soll eigentlich dieser Schwachsinn?“

RESTAURANT HOLYFIELDS, FRANKFURT/M.

Nur einen Sommer lang: Das ‚Holyfields‘

Im Mai wurde das Restaurant Holyfields mit einer sicher nicht geringen Investitionssumme in der Frankfurter Innenstadt installiert und mit grossem Pomp eröffnet. Im Oktober dann das Ende – schlechte Vermarktung, minderwertige Küche, mieser Service, falsche Preispolitik? Ich weiss es nicht, ich habe es immer nur von aussen betrachtet. Ich frage mich nur, was schiefgegangen ist: Beste City-Lage, hochwertige Ausstattung, freundliches Ambiente. Welche Fehler kann man da machen?

Einen Sommer lang hat es gestrahlt. Und jetzt sind Hoffnungen, Engagement und Träume zerplatzt.

Das Holyfields war nur ein Restaurant. Eines von vielen in Frankfurt, austauschbar.

Doch DICH, Dein Lachen, Deine Gedanken, Deine Nähe, Deine Sinnlichkeit, die Zeit mit Dir… all das werde ich sehr vermissen. Scheisse…

Liebe. Lieben. Geliebt werden. Wenn man sich verlieben kann, ist dann auch ein ‚entlieben‘ möglich? Und wer definiert die Liebe? Der Empfangende oder der Liebende?

Liebe ist ein Geschenk. Man vergibt sie – vorbehaltlos, anspruchslos. Ganz im tantrischen Sinne. Geben, ohne nehmen zu wollen. Das ist der höchste Grad der Achtsamkeit.

Darf man als Liebender Erwartungen haben? Ja! Man kann nur nicht erwarten, dass diese erfüllt werden. Liebe ist einseitig, denn geliebt zu werden können wir nicht beanspruchen. Liebe ist ein Bild, das durch die eigenen Sinne entsteht, das macht sie auch so kostbar. Und Liebe ist mächtig. Manchmal übermächtig.

Ein Taxi mitten in der Nacht. Auf der hinteren Sitzbank ein Fahrgast auf der Reise zurück in die Leere. Rauchend, nachdenkend. „Liebe ist wunderschön“, flüstert er lächelnd und blickt auf die Lichter der nächtlichen Stadt, bevor die Tränen seine Sicht verwischen…