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Schlagwort-Archive: Marco Becher

Ich war überrascht, als ich dieser Tage feststellen musste, dass der Stierkampf in Spanien (und nicht nur dort) weiterhin durchgeführt wird. Irgendwie war mir in Erinnerung, dass dieses für die Tiere quälende und tödliche Treiben seit Anfang diesen Jahres verboten sei. Doch weit gefehlt: Lediglich in Katalonien wurde nach einem Volksbegehren eine Gesetzesänderung beraten, die jedoch verfassungsrechtlich noch geprüft wird. Barcelona und weitere katalanische Städte haben mittlerweile die Corrida De Toros aufgegeben, in anderen spanischen Regionen, in Südfrankreich, Portugal und Südamerika wird die umstrittene Tradition weiterhin gepflegt. Nur die Kanarischen Inseln haben ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, das den Stierkampf seit 1991 generell verbietet.

Vor dem Kampf (Foto: Marco Becher)

Neben dem Stierkampf gibt es weltweit eine ganze Reihe weiterer ‚traditioneller‘ Tierhetzen, die bis in das Altertum (Babylonien, Ägypten) zurückreichen – beispielsweise die Bärenhatz oder das Bullen-beissen. Die meisten dieser Tierkämpfe sind mittlerweile in vielen Ländern unserer Welt verboten, andere jedoch werden weiterhin unter grossem Protest diverser Tierschutzorganisationen legal durchgeführt.

Der Fotograf Marco Becher (dessen Arbeiten in diesem Blog bereits desöfteren vorgestellt wurden) besuchte mit seiner Kamera eine Hahnenkampfveranstaltung in der Dominikanischen Republik, wo der Cockfight (amer. Rooster fight) fester kultureller Bestandteil ist und sogar Tageszeitungen über die Ergebnisse berichten.

Sehens- und lesenswert: Die Dokumentation COCKFIGHT – BLOODY SPORT mit Fotos von Marco Becher und einem Text vom Autor dieses Blogs!

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Man stelle sich am Kölner Rheinufer, in Frankfurt am Eisernen Steg oder in der am Neckar gelegenen Altstadt Heidelbergs folgende Szenerie vor: Spielende Kinder im hüfttiefen Wasser, zahlreiche Waschfrauen, die ihre Arbeit verrichten, Menschen, die im Fluss stehend beten… und wenige Schritte weiter werden rituelle Reinigungen an Toten vollzogen, während am ganzen Flussufer auf Scheiterhaufen Leichen verbrannt werden und Rauchschwaden aufsteigen.

An den heiligen Ganges-Stufen (Foto: Marco Becher)

Undenkbar? Der Fotograf Marco Becher hat im Rahmen seiner Indien-Reise in der alten Stadt Varanasi eine solche dort alltägliche Situation erlebt und mit seiner Kamera für uns begleitet! Was uns so fremd ist und irritiert, ist für gläubige Hindus erstrebenswertes Ziel und lässt sie in Scharen an die Ufer des Ganges pilgern. Das geheimnisvolle Indien…

Die Fotodokumentation: The Holy Steps – Leben und Tod in Varanasi mit Bildern von Marco Becher und einem Text vom Autor dieser Zeilen.

Indienreisende sind erstaunt über die Vielfalt dieses Subkontinentes, über die Gegensätze und Widersprüche, die dieses Land auf der Schwelle zwischen Vergangenheit und Moderne bietet.

Wäscherei Dhobi Ghat in Mumbai (Foto: Marco Becher)

Der Fotograf Marco Becher hat mit seiner Dokumentation über die weltweit grösste Freiluftwäscherei – Dhobi Ghat in Mumbai – diese Faszination eingefangen. Schon die Fakten sind erstaunlich: Fast 10.000 Menschen reinigen hier unter freiem Himmel täglich bis zu 0,5 Millionen Wäschestücke für ihre Auftraggeber! Ein buntes, lautes, betriebsames Durcheinander…

Die Reportage auf Marco Bechers Homepage: Dhobi Ghat – Open Laundry, Mumbai (Fotos: Marco Becher, Text: der Autor dieser Zeilen)

Larimar (Foto: Parent Géry / Wikipedia)

Mittlerweile findet man sie sogar schon an Autobahnraststätten: Verkaufspavillons für esoterische Gegenstände und Alltagsschnick-schnack jeder Art. Vom obligatorischen Kopfhautstreichler über Duftöle bis hin zu Tarotkartensets ist in diesen Läden alles zu haben. Besonders beliebt (und auch von Kindern begehrt): Schmucksteine! Sie werden der Schönheit wegen gesammelt oder weil man ihnen besondere Wirkungen nachsagt*…

* In einem meiner Kabelkoffer für mein Live-Setup schleppe ich seit 10 Jahren einen unspektakulären, aber wuchtigen Strandkiesel herum und tatsächlich: Noch nie ist mir seitdem eine Bühne unter dem Hintern zusammengebrochen!

Eines der beliebten Minerale ist der Larimar, eine milchig-blau-weisse Varietät des Pektolith. Dem Stein – auch als Atlantisstein bekannt – wird heilende Kraft zugeschrieben. Er gehört zu den teurer gehandelten Schmucksteinen, auch weil weltweit nur zwei Fundorte bekannt sind. Doch macht man sich beim Betrachten dieses Steines Gedanken über seine Herkunft? Wollen wir wissen, unter welchen Umständen der schöne Larimar auf dem Tresen des Verkäufers gelandet ist?

Der Fotograf Marco Becher hat im Rahmen seines Aufenthalts auf der Karibikinsel Hispaniola (Oktober 2011) das Abbaugebiet in den Bergen der Dominikanischen Republik aufgesucht und die harten Arbeitsbedingungen in den Minen mit seiner Kamera festgehalten. Die Ergebnisse seiner Arbeit präsentiert er jetzt in seiner Fotodokumentation “The last Larimar miners“ (Text: Der Autor dieser Zeilen)!

Larimar-Fund in der Mine (Foto: Marco Becher)

Überleben in den Trümmern (Foto: Marco Becher)

Heute vor genau zwei Jahren erschütterte ein verheerendes Erdbeben den karibischen Inselstaat Haiti. Die Katastrophe forderte unmittelbar 300.000 Todesopfer, über drei Millionen Menschen wurden von den Folgen betroffen. Sofort starteten internationale Hilfsaktionen, um das ärmste Land der westlichen Hemisphäre zu unterstützen.

Der Fotograf Marco Becher reiste vergangenen Oktober nach Haiti und hat mit seiner Kamera unter anderem in der Hauptstadt Port-au-Prince festgehalten, unter welchen Bedingungen dort die Menschen heute leben. Seine Bilddokumentation ‚Haiti – Überleben in den Trümmern‚ erzählt von den erbärmlichen Zuständen auf der Insel, weil Korruption, Kriminalität und fehlende staatliche Strukturen den Wiederaufbau und die Hilfe für die Menschen verhindern.

Von einzelnen Erfolgsmeldungen wie dem Haiti-Beitrag in der ARD-Sendung Weltspiegel vom vergangenen Sonntag sollte man sich nicht blenden lassen. Der Bericht war eine einzige Selbstbeweihräucherung der Spendenaktion der ARD und zeigte, wie eine dreiköpfige Familie fröhlich ein neues Leben im von deutschen Fernsehzuschauern finanzierten Eigenheim beginnt – bei immer noch über 1,3 Millionen obdachlosen Menschen der blanke Hohn.

Text- und Recherchearbeiten für die Reportage Haiti – Überleben in den Trümmern stammen vom Autor dieser Zeilen. Die Fotodokumentation ist auf Marco Bechers Homepage zu sehen und wurde im Online-Fotomagazin Augenblicke veröffentlicht!

(Links: augenblicke.t-online.de  |  marco-becher.de)

Der Fotograf Marco Becher hat auf seiner Homepage eine neue Fotodokumentation online gestellt, für die ich wiederum die Recherche und Textarbeiten übernehmen durfte.

Foto: Marco Becher

Bei Slaves In Paradise – Vorname Illegal geht es diesmal um haitianische Flüchtlinge, die auf den Zuckerrohrplantagen in der Domenikanischen Republik ausgebeutet werden. Der erste Gedanke, der mir dabei kam: Unweit der Badestrände und Resorts, wo europäische Urlauber dem All-Inclusive-Tourismus mit dem „Wir-sahen-nichts-vom-Land-aber-die-Woche-war-supergüstig“-Feeling frönen, herrschen Zustände wie in der Kolonialzeit. Und der zweite Gedanke: Eine traurige Ironie des Schicksals… Die Nachfahren der stolzen afrikanischen Zwangsarbeiter, die vor zweihundert Jahren auf Hispaniola die Unabhängigkeit und das Ende der Sklaverei erkämpften, sind jetzt selbst moderne Arbeitssklaven.

Wenn man sich mit der Geschichte Hispaniolas (die Insel mit den Staaten Haiti und Domenikanische Republik) und den Vorgängen seit der Kolonialisierung ‚Westindiens‘  auseinandersetzt, reicht das völlig, um den Glauben an der Menschheit zu verlieren. In diesem Zusammenhang noch ein Buchtipp für alle, die starke Nerven haben: James A. Michener erzählt im Roman Karibik über die Dramen und Schicksale, die sich dort in den vergangenen 800 Jahre abgespielt haben. Erschreckend.

Und hier geht es zu Marco Bechers Dokumentation!

Heute anstelle eines speziellen Blogeintrages ein Link auf eine Fotodokumentation von Marco Becher zum Thema Abwrackwerften in Mumbai, für die ich den Text geschrieben habe.

Foto: Marco Becher

Ich habe mich für die Verlinkung zu der Webseite entschieden, weil sie sehr gut in den aktuellen Kontext der Occupy-Bewegung und der in meinem letzten Eintrag erwähnten ZDF-Themenwoche Burnout – der erschöpfte Planet passt. Denn bei aller „Banken nieder“- und „Klimawandel“-Protestiererei dürfen wir nicht vergessen, dass das eigentliche Thema – wir und unser Raumschiff Erde auf dem Flug durch das Universum – viel größere, komplexere Probleme und Anforderungen an die Menschheit stellt, die mit einfachen Parolen nicht zu beantworten sein werden.

Kurz noch ein Wort zu Marco Becher: Er lebt in Thüringen und arbeitet als freier Fotograf. Er produziert hauptsächlich Reise- und Dokumentationsinhalte für verschiedenste Print- und Online-Medien.

Zur Fotodokumentation geht es hier!