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An der Nidda, auf Höhe des Pologeländes in Nied, sind seit Jahresbeginn umfangreiche Bauarbeiten zu beobachten, die den einen oder anderen Radfahrer auf dem Weg nach Höchst aufgrund spitzer Steine und provisorischer Wege schon zum Fluchen veranlasst haben (gelobt sei mein Mountainbike mit dicken Geländereifen!). Am alten Höchster Wehr lässt das Stadtenwässerungsamt Frankfurt eine der bisher grössten Flussbaumassnahmen der Stadt ausführen!

Zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU wird das Höchster Wehr umgebaut und naturnah gestaltet, die Gesamtkosten betragen ca. 3,7 Millionen Euro (laut Stadtmagistrat fördert das Land Hessen dabei ungefähr ein Drittel der Aufwendungen). Ziel des Projekts: eine natürlichere Flusslandschaft mit umfassendem Hochwasserschutz, Siedlungsräume für mehr Pflanzen- und Tierarten und eine neue, barrierefreie Brücke zur Überquerung des Flusses.

Bis Ende 2012 wird das alte Höchster Wehr abgerissen – lediglich das Häuschen auf der rechten Uferseite bleibt als Denkmal bestehen. Stattdessen wird ein 74 Meter langes, in den Fluss schräg angelegtes Streichwehr errichtet, die Fundamente dafür sind bereits zu erkennen. Neben dem neuen Wehr wird ein 150 Meter langes Umgehungsgerinne angelegt. Dieses Gerinne erleichtert zukünftig Fischen auf ihrer Wanderung die Bewältigung des Wehres. Zwischen Wehr und Umlauf entsteht eine Insel, die naturbelassen bleiben soll.

Bereits fertiggestellt ist die neue Brücke, die sich ca. 150 m flussaufwärts befindet. Ihre Errichtung war nicht ganz so spektakulär wie das Einschwimmen der Mainbrücke Ost im August, aber der Steg wird Rollstuhl- und Radfahrern, Spaziergängern mit Kinderwägen und allen anderen zukünftig einen bequemen Übergang erlauben – beim alten Wehr waren noch Treppenstufen zu überwinden.

Mein Tipp: ein sonniges Herbstwochenende zur Fahrradtour entlang der Nidda nutzen und die Bauarbeiten vor Ort besichtigen…

[Nachtrag vom 13. Oktober 2012: Mittlerweile ist die neue Brücke freigegeben und passierbar, das alte Wehr wurde zurückgebaut. Weiterführende Links: Webseite Stadtentwässerungsamt mit Projektdetails, Blogartikel Spaziergang an der Nidda]

Bilder von der Baustelle (zum Öffnen der Galerie eines der Fotos anklicken!):

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Es war einmal vor langer, langer Zeit ein Königreich, in dem ein grosser, dunkler Wald lag. Und weil die Leute sich erzählten, dass dieser Wald verwunschen sei und Menschen, die ihn beträten, für immer verschwinden würden, mieden Reisende und Händler ängstlich das Königreich, was den König sehr traurig stimmte. Also beschloss der Herrscher etwas dagegen zu unternehmen und liess im ganzen Land verkünden, dass derjenige, der das Geheimnis des Waldes offenbaren würde, bis zum Rest seiner Tage mit Ruhm und Reichtum belohnt werden würde.

Davon hörte auch ein holdes Geschwisterpaar – und weil die beiden gerade nichts anderes zu tun hatten und keine Furcht kannten, begaben sie sich in den Wald und durchstreiften das Gehölz. Sie spähten in die Baumwipfel, horchten auf das Wispern der Blätter und äugten zwischen den Stämmen hindurch.

So waren die beiden schon einige Zeit unterwegs, da blieb die Schwester plötzlich stehen und zupfte ihren Begleiter am Ärmel: „Brüderchen, hörst Du das auch?“. Dieser spitzte die Ohren und vernahm eine leise Musik, die von einer Lichtung direkt vor ihnen kam. Langsam näherten die beiden sich der Stelle und sahen ein tanzendes Paar zwischen den Bäumen. Doch während sie noch schauten, brach die Musik plötzlich ab und die Frau und der Mann waren wie vom Erdboden verschluckt.

So zog das Geschwisterpaar weiter, bis sie auf einmal hoch oben zwischen den Ästen ein Baumhaus sahen. Doch die Hütte hatte gar keinen Boden und keinem Menschen konnte es gelingen, zum Baumhaus heraufzuklettern. „Seltsam, Schwesterlein, sehr seltsam“, sprach daraufhin der junge Mann.

Sie gingen immer tiefer in den Wald hinein und je weiter sie liefen, umso mehr verliess sie die Hoffnung, jemals wieder einen Weg hinauszufinden. Und als sie schon der Verzweiflung nahe waren, da entdeckten sie eine lange Reihe bunter Blumen und folgten dieser. Und die Blumen führten sie auf einen Pfad und am Ende des Weges stand ein kleines Zelt mit einem Schild „Infostand Waldkunstpfad“. Und voller Freude über das bestandene Abenteuer genoss das Geschwisterpaar den feilgebotenen Kaffee und wohlschmeckenden Kuchen und bestieg daraufhin die nächste Kutsche in die Stadt. Und wenn sie nicht gestorben sind, so werden sie alle zwei Jahre wieder den Wald betreten, um über kleine und grosse Entdeckungen zu staunen!

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Der 6. Internationale Waldkunstpfad an der Darmstädter Ludwigshöhe ist noch bis 30. September 2012 zu besichtigen. Internationale Künstler beschäftigen sich durch Installationen und Aktionen mit dem Thema ‚Realität und Romantik‘ und verweisen auf die Bedeutung des Waldes als Naherholungsgebiet, Wirtschaftsfaktor und mythenbehaftetes Symbol. Empfohlener Startpunkt: Waldparkplatz an der Klappacher Strasse neben dem Polizeipräsidium.

[Zum Öffnen der Galerie einfach eines der Bilder anklicken! Fotos: Katja Lenz]

Bei allem Engagement für mehr Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden auf Erden: Wir dürfen nicht vergessen, dass der Mensch nur eines von vielen Lebewesen auf diesem Planeten Erde ist. Also widmeten wir uns neulich voller Elan dem Schutz von Natur und Tierwelt!

Situation: Auszug von Mutter L. aus Häuschen mit kleinem Gartenteich

Aktion: Umsetzen der im Teich lebenden Molche in einen nahgelegenen Tümpel

Ablauf: Nach kurzer Autofahrt angekommen, begrüsst uns die im bereits leerstehenden Häuschen wachende Katze P. mit einem vorwurfsvollen Blick. Augenscheinlich haben wir vergessen, ein Leckerchen mitzubringen. Flugs laden wir das Molch-Rettungs-Equipment (diverse Eimer und Köcher) aus dem Wagen und wenden uns dem Teich zu.

Frau L. bei der Molchjagd

Teichmolche (aus der Familie der Lurche) sind blitzgescheite Geschöpfe. Bei drohender Gefahr – und als solche mussten sie uns wahrnehmen – verkriechen sie sich unter Wasser zwischen Schling-pflanzen und Steinen. Frau L. beginnt also intensivst, den Grund des kleinen Gewässers mit dem Köcher und anderem Werkzeug zu bearbeiten, während der Autor dieser Zeilen zigaretterauchend beobachtet, ob die Profilsohlen von Frau L.’s Stiefel dem glittschigen Rand des Teiches standhalten.

Nach einer Viertelstunde befindet sich schon eine Menge Wasserflora in den mitgebrachten Eimern – von Molchen jedoch keine Spur. Während Frau L.’s Kleidung langsam die Farbe der geborgenen Wasserpflanzen annimmt, beobachtet der Autor dieser Zeilen zigaretterauchend, ob Frau L.’s Mütze demnächst den Gesetzen der Schwerkraft folgt.

Kein Molch in Sicht

Um die Suche nach den Molchen zu vereinfachen, beginnt Frau L. vorsichtig etwas Wasser aus dem Teich abzulassen (unter Einsatz schwersten Gartenwerkzeuges und Zerstörung der Teichfolie). Der Autor dieser Zeilen beobachtet derweil, inwieweit der Wasserpegel während einer Zigarettenlänge sinkt.

Jetzt sind auch die tiefsten Stellen erreichbar; Frau L. macht sich wieder mit dem Köcher an die Arbeit, fördert jedoch wiederum nur Grün- und Braunzeugs vom Grund. Kein einziger Molch lässt sich blicken.

Katze P. – weiss sie mehr, als sie vorgibt?

Wehmütig brechen wir die Aktion ab und fahren traurig nach Hause. Unterwegs entstehen Ideen, wie man die Molche doch noch finden könnte (Bagger, Molchlockruf-Pfeiffe). Doch vorerst herrscht nur Trübsal…

Heute dann ein Blick in Wikipedia: […] im Oktober oder November ziehen sich die Tiere in frostsichere terrestrische Unterschlüpfe zurück, bevor sie ab Februar wieder zu den Laichgewässern wandern […]

Ich gehe dann erstmal eine Rauchen ;-)