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Bisher waren sie mir im Frankfurter Stadtbild nie aufgefallen: die Luftpumpstationen für Radfahrer. Ein wunderschöner, sonniger und geruhsamer Sonntagnachmittag bot jetzt die Gelegenheit, sich diese Installation einmal genauer anzuschauen.

Die ‚Pumpstation‘ steht unspektakulär am Gehsteigrand – man muss schon genauer hinschauen, um das Stahlrohrgebilde nicht zu übersehen. Ähnlich wie beim Einkaufswagen löst man mittels Pfandmünze (es passen 50 Cent-, 1 oder 2 Euro-Stücke) den Verschluss und entnimmt die mit einer langen Kette gesicherte Handpumpe. Nach verrichteter Tätigkeit wird die Pumpe in die Vorrichtung zurückgeschoben und der Verschluss gibt das Geldstück wieder frei.

Die Luftpumpe funktioniert natürlich nur bei klassischen Fahrradschlauchventilen, was bei uns sogleich zur Debatte führte, ob die Stadt Frankfurt ihre Gelder jetzt flächendeckend für diesen nicht allen Radfahrern dienlichen Service verpulvert, statt beispielsweise das Budget in den Ausbau und die Verbesserung der Radwege zu investieren.

Ein Blick auf die Homepage des Radfahrbüros der Stadt Frankfurt (allgemein interessant: radfahren-ffm.de) klärt auf: die Luftpumpstationen gibt es bisher nur in der Innenstadt an der Hauptwache (TraffiQ-Pavillon), am Merianplatz in Bornheim und in Sachsenhausen (Schweizer Platz). Die Installationen sind eine Stiftung der Stadt zum Wettbewerb des fahrradaktivsten Stadtteils, ein genereller Ausbau ist nicht geplant. Somit brauchen wir uns also (in diesem Fall) keine Sorgen über die städtische Finanzplanung machen!

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http://www.tagesschau.de/wirtschaft/fernbus100.html: […] Zwischen deutschen Städten sollen Reisende bald bundesweit mit Fernbussen fahren können – als neue Konkurrenz zu Pkw, Bahn und Billigfliegern. Das Bundeskabinett beschloss in Berlin eine weitgehende Freigabe des innerdeutschen Buslinienverkehrs, die im nächsten Jahr in Kraft treten soll […]

Ich kann die Verkehrspolitik (schon lange) nicht mehr nachvollziehen und mit Zukunftsorientierung hat es m. E. auch nichts mehr zu tun. Unabhängig von den Vorteilen des Fernbusreiseverkehrs: Die Bahn AG investiert als Staatsunternehmen horrende Summen in den Personen-, statt in den dringend ausbaubedürftigen Gütertransport. Andererseits will die Regierung die Zunahme des Fernbusreise-verkehrs unterstützen. Die absehbaren Folgen: Eine Zunahme des LKW-, Güter- und Schwerlastverkehrs auf den Autobahnen, kostspieliger Autobahnausbau, marode Güterverkehrswege der Bahn, sowie ernsthafte Konkurrenz für die Bahn im Personenverkehr, der ja wiederum mit überteuren Strecken und Bahnhofskonzeptionen attraktiv gestaltet werden soll.

Widerspricht sich das nicht oder ist das einfach nur ein weiteres Beispiel der Merkel’schen Regierungsform?